Wirtschaft : Abgabe für die Ausbildung

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Entgegen anders lautender Beteuerungen bleiben die Behörden des Bundes und der Länder bei der von der SPD geplanten Ausbildungsplatzumlage weitgehend außen vor. Der entsprechende Gesetzentwurf des Bundesbildungsministeriums sieht vor, dass Beamte bei der Berechnung der Umlage nicht einbezogen werden. Maßstab für die Berechnung der Lehrlingsquote bei den Arbeitgebern (privat und öffentlich) ist allein die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Eine zentrale Behörde soll jedes Jahr Ende September die Lehrstellenlücke feststellen und mittels einer komplizierten Formel die Kosten errechnen, die insgesamt anfallen, um für jeden Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz eine Lehrstelle zu schaffen. Diese Kosten werden auf alle Arbeitgeber, deren Lehrlingsquote unter sieben Prozent der Beschäftigten liegt, umgelegt. In den zentralen Fonds müssen aber nur Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern einzahlen. Das sind mindestens 150 000 Betriebe, die gar nicht ausbilden und ein Teil von weiteren 175 000 Betrieben, die zu wenig ausbilden.

Zahlen muss auch, wer gar keine Berechtigung zur Ausbildung von Lehrlingen hat oder keine Bewerber für seine Ausbildungsstellen findet. Im letzten Jahr etwa hätte ein Betrieb mit zehn Mitarbeitern ohne Lehrlinge 1682 Euro in den Fonds einzahlen müssen, ein Betrieb mit 1000 Beschäftigten und zehn Lehrlingen schon 144 671,93 Euro. Der Betrag wird immer im Sommer nach Beginn des Ausbildungsjahres fällig.

Günther Fleig, Personalvorstand bei Daimler-Chrysler, unterstrich am Montag erneut die Ablehnung der Wirtschaft. Eine Umlage wirke wie „eine zusätzliche Steuer“. Außerdem werde nicht berücksichtigt, dass sich viele Mitarbeiter heute über andere Wege als eine Lehre qualifizierten, kritisierte Fleig in Berlin. asi/fo

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