Abwrackprämie : Der Topf ist leer

Die Zahlung der staatlichen Abwrackprämie für Altautos ist ausgelaufen. Knapp acht Monate nach Einführung der Prämie im Rahmen des staatlichen Konjunkturprogramms ist die Summe von fünf Milliarden Euro verbraucht.

EschbornDer Countdown für die staatliche Abwrackprämie läuft: Im Fördertopf war acht Uhr am Mittwochmorgen noch Geld für genau 4169 Prämien. Durchschnittlich gingen jeden Tag 9000 Neu-Anträge bei dem zuständigen Bundesamt für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (Bafa) ein. Gegen Mittag dürften die Gelder also aufgebraucht sein.

Eine Fortsetzung der Abwrackprämie wird es trotz mannigfaltiger Forderungen aus Industrie und Verbänden nicht geben. Dies hatte die Bundesregierung mehrfach deutlich gemacht und auch eine entsprechende Ersatzmaßnahme ausgeschlossen. Allerdings sollen noch 15.000 weitere Autokäufer eine Chance auf den Bonus erhalten. Das Bafa richtet eine Warteliste für Käufer ein, die zunächst leer ausgegangen sind. Sie könnten dann nachträglich doch noch zum Zug kommen, wenn das Amt Anträge anderer Autofahrer wegen formaler Mängel ablehnt.

Insgesamt standen seit Januar fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie zur Verfügung, damit können insgesamt knapp zwei Millionen Autokäufer gefördert werden. Beim Endspurt war die Zahl der Antragsteller rasant nach oben geschnellt, allein am Vortag wurden innerhalb von 30 Stunden rund 30.000 Anträge gestellt – normalerweise waren es 9000 pro Trag.

Das Auslaufen der Abwrackprämie fällt zusammen mit den Vorbereitungen für die Internationale Automobilausstellung IAA vom 17. bis 27. September in Frankfurt und dürfte die Stimmung dort vermiesen. Bislang nämlich haben die staatlichen Gelder die Automobilkonjunktur vor einem Absturz bewahrt. Marktforscher rechnen für das kommende Jahr allerdings mit einem Rückgang der Pkw-Neuzulassungszahl um eine Million. Sie befürchten, dass sehr viele Autokäufe wegen des außerordentlichen Anreizes vorgezogen wurden und der Bedarf damit gedeckt ist.

Doch offenbar hat das Ende der Abwrackprämie für Autokäufer auch etwas Gutes: Nach einer Studie schnellen die Rabatte für Neuwagen derzeit in die Höhe. Im August ermittelte das Car-Center der Universität Duisburg-Essen 344 Rabattaktionen der Hersteller – das war ein neues Rekordniveau. Viele Wagen waren mit ungewöhnlich hohen Rabatten zu haben. "Die Autohändler leiten ab September eine neue Rabattschlacht im Automarkt ein – diesmal eben ohne Staatszuschuss", sagte Experte Ferdinand Dudenhöffer.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und in Frankreich sorgte die Abwrackprämie für eine Belebung am Automarkt. Während das Programm "Cash for Clunkers" inzwischen ausgelaufen ist, will die französische Regierung noch bis ins Jahr 2011 hinein Autokäufe subventionieren. Geplant sei ein schrittweises Abschmelzen der Prämie, bestätigte am Dienstag das Wirtschaftsministerium in Paris. Der Minister für Wiederaufschwung, Patrick Devedjian, hatte kürzlich vorgeschlagen, sie von momentan 1000 Euro dann auf zunächst 700 bis 800 Euro, später dann auf 400 Euro zu senken. Mit dem sanften Abschmelzen der Prämie soll ein plötzlicher Einbruch des Automarktes verhindert werden.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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