Wirtschaft : Adidas enttäuscht trotz Gewinns Der Markt hatte mehr erwartet - die Aktie fällt

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Berlin Der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon, soeben zum offiziellen Partner der Olympischen Spiele 2008 in Peking gekürt, hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Herzogenaurach mit. Trotzdem rutschte der Kurs der Adidas-Aktie bis zum Donnerstagnachmittag mit minus 2,2 Prozent ans Ende des Dax. Analysten hatten mit einem etwas besseren Gewinn gerechnet, waren aber auch über das schlechte Ergebnis im vierten Quartal enttäuscht.

Adidas hat im vergangenen Jahr vor allem von der Fußball-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen in Athen profitiert. Das Unternehmen zog aber auch daraus Vorteile, dass es immer mehr Waren in eigenen Läden verkauft. Jeder zehnte Euro stammt inzwischen aus den mehr als 400 selbst betriebenen Geschäften und Factory-Outlets. Darüber hinaus schaffte es der zweitgrößte Sportartikelkonzern der Welt, seinen Kunden teurere T-Shirts und Turnschuhe als im Vorjahr zu verkaufen. Auch der schwache Dollar kam den Franken zu Hilfe. Weil Adidas seine Waren größtenteils in Asien in Dollar einkauft, sanken die Beschaffungskosten. Andererseits drückte die Dollarschwäche jedoch den Umsatz, den die Firma in Nordamerika und Asien erzielte.

Insgesamt stieg der Gewinn von Adidas-Salomon im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen um 21 Prozent auf 314 Millionen Euro, der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf knapp 6,48 Millionen Euro zu. „Unser Rekordergebnis ist vor allem auf währungsbereinigtes Umsatzwachstum bei allen Marken und in allen Regionen sowie auf einen starken Anstieg der Rohertragsmarge zurückzuführen“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Angaben zum Auftragseingang und den einzelnen Sparten will Hainer erst im März bei der Vorlage der endgültigen Zahlen machen.

Auch für 2005 erwartet Hainer eine Gewinnsteigerung von zehn bis 15 Prozent. Nachdem sich Adidas gerade die Sponsorrechte für die Olympischen Spiele 2008 gesichert hat, gehen Experten davon aus, dass die Franken gegenüber US-Konkurrent Nike bessere Chancen haben, den wachsenden Markt in Asien zu erobern. Sorgenkinder bleiben aber die Marke Salomon und der US-Markt. pet/HB

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