Wirtschaft : Airbus könnte Order für A 380 verlieren

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Frankfurt am Main/München - Die Negativschlagzeilen um Produktionsprobleme und massive Lieferverzögerungen beim neuen Airbus A 380 halten an. Die ersten Kunden, unter anderem die weltgrößte Flugzeugleasing-Firma ILFC, drohen wegen der verspäteten Auslieferung des weltgrößten Passagierflugzeugs erstmals damit, Bestellungen zu kündigen: „Wir erwägen eine Stornierung aller oder einiger unserer A 380-Bestellungen“, sagte ILFC-Chef Steven Udvar-Hazy der Nachrichtenagentur „Bloomberg“.

Einem Fachmagazin zufolge steht auch Malaysia Airlines kurz davor, seinen Milliardenauftrag über sechs A 380-Flugzeuge zu stornieren. Darüber hinaus gebe es mindestens eine weitere Fluggesellschaft, die eine Abbestellung prüfe. Je nach Triebwerksausstattung kostet ein Riesen-Airbus zwischen 270 und 290 Millionen Dollar.

Bei der Leasing-Firma ILFC stehen darüber hinaus die Bestellungen des neuen mittelgroßen Airbus-Modells A350 zur Disposition. Der europäische Flugzeugbauer hat zwar angekündigt, das Konzept des 300-Sitzers nach massiven Kundenprotesten zu überarbeiten und ein komplett neues Design vorzustellen. Udvar-Hazy forderte Airbus aber auf, sich noch vor der Luftfahrtschau in Farnborough Mitte Juli auf ein endgültiges Konzept festzulegen. „Wenn Airbus bis zur Luftfahrtschau nicht glaubwürdiger wird, hätten wir ernste Probleme damit, die A350 zu nehmen. Wir geben ihnen einen Monat, um das Problem zulösen.“

Die Äußerungen des ILFC-Chefs haben in der Branche großes Gewicht. Die Firma, eine Tochter des US-Versicherungs-Konzerns American International Group, ist mit mehr als 550 Flugzeugaufträgen der mit Abstand wichtigste Kunde von Airbus. ebe/fas/HB

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