Wirtschaft : Aktien der Direkt-Anlage-Bank kosten 9,50 bis 12,50 Euro

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9,50 bis 12,50 Euro müssen Anleger auf den Tisch legen, wenn sie sich an der Münchener Direkt Anlage Bank (DAB) beteiligen wollen. Aktien des Tochter-Unternehmens der HypoVereinsbank können noch bis zum 11. November gezeichnet werden. Einen Tag später soll der endgültige Emissionspreis ermittelt werden, am 15. November werden die DAB-Aktien das erste Mal am Neuen Markt der Frankfurter Börse notiert.

Insgesamt werden 13,5 Millionen Aktien der DAB an die Börse gebracht. Davon stammen zehn Millionen aus einer Kapitalerhöhung, der Rest aus dem Besitz der HypoVereinsbank. Dadurch fließen dem vier Jahre alten Institut 95 bis 125 Millionen Euro zu, 30 bis 40 Millionen Euro kassiert die HypoVereinsbank. Mit dem Geld will die DAB das weitere Wachstum finanzieren, sowohl intern als auch durch Akquisitionen. Die Bank erwartet eine Börsenkapitalisierung (Zahl der Aktien multipliziert mit dem Kurs) von bis zu 700 Millionen Euro. Sie würde damit zu den größten am Neuen Markt notierten Titeln gehören.

Nach Consors und Entrium ist die Hypo-Tochter die dritte Direkt-Anlagebank, die an die Börse geht. Allerdings will die Münchener Großbank, die nach dem Börsengang, noch 70 Prozent der Aktien hält, auch auf Dauer die Mehrheit kontrollieren. Angesichts der dramatischen Veränderungen im Verhalten der Bankkunden sei auch eine Direktbank ein wichtiges Standbein in der heutigen Bankenwelt, sagte DAB-Aufsichtsratschef und HypoVereinsbank-Vorstandsmitglied Martin Kölsch am Dienstag in Frankfurt. Kölsch scheidet wie sechs andere Banker am Jahresende wegen des Immobilienskandals bei der Hypobank vorzeitig aus dem Leitungsgremium der Bank aus.

Die DAB, nach Worten von Vorstandsmitglied Matthias Kröner, der hierzulande "innovativste Discount-Broker", zählt derzeit knapp 120 000 Kunden und verwaltet ein Depot-Volumen von knapp neun Milliarden Mark. Allein im Oktober habe man 18 500 neue Kunden gewonnen, sagt Kröner. Im nächsten Jahr will das Institut die Zahl der Kunden auf 247 000 verdoppeln, ein Jahr später sollen es bereits 413 000 sein. Operativ wird die Bank in diesem Jahr mit einem Verlust von drei und im nächsten Jahr mit einem Minus von einer Million Euro noch rote Zahlen schreiben. Erst 2001 wird die DAB nach Schätzungen von JP Morgan, West LB, Schroders und Goldman Sachs - diese Banken begleiten den Börsengang - zum ersten Mal einen Gewinn einfahren.

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