Wirtschaft : Aktien-Fonds für Türken in Deutschland

ANKE REZMER (HB)

Den zweieinhalb Millionen in Deutschland lebenden Türken, die allein auf Sparbüchern rund 40 Mrd.DM angesammelt haben, macht die Ceros Vermögensverwaltung ein besonderes Angebot: Gemeinsam mit der Union Investment haben die Frankfurter in Luxemburg den ersten Investmentfonds aufgelegt, der nur in türkische Aktien und Anleihen investiert.Etwas besonderes ist auch das Vertriebskonzept des Türkei 75 Plus (Wertpapierkennummer: 989 402), der Wochenbeginn zum Vertrieb in Deutschland zugelassen ist: Türkische Mitarbeiter von Ceros wollen in türkischen Vereinen über den Fonds und -sparpläne berichten.

Zudem werden Volksbanken in Städten, in denen viele Türken wohnen, den Fonds aktiv anbieten.Generell kann er bei Banken und Vermögensberatern gekauft werden (Ausgabeaufschlag: 4 Prozent, Verwaltungsgebühr: bis 2,5 Prozent p.a.).Ceros, die rund 160 Mill.DM verwaltet, sieht den Fonds als Depot-Beimischung für risikobewußte private und institutionelle Anleger.Zudem wird über die Luxemburger Unico ein Ceros-Depot angeboten, in das auch fremde Fonds gelangen können (Kosten: 50 DM p.a.)

Der Türkei 75 Plus investiert drei Viertel des Vermögens in Aktien des ISE-100-Index der Börse Istanbul, den Rest in türkische Anleihen oder Aktien außerhalb des führenden Indexes.Zu den wichtigsten Titeln des Anfang 1999 in Euro aufgelegten Fonds gehören die Mineralölfirma Turcas Petrolcülük, der Hausgerätehersteller Vestel Elektronik und die beiden größten Konglomerate des Landes, Koc Holding und Sabanci Holding.Den Fonds managen Ceros und das türkische Investmenthaus Global Securities.Potential sieht Ceros-Geschäftsführer Murat Uguz in der sich stabilisierenden Wirtschaft des Landes.Über Privatisierungen wie die der türkischen Telekomgesellschaft dürfte der Aktienmarkt liquider werden.Derzeit sind nur 21 Prozent der Börsenkapitalisierung von 36 Mrd.DM frei handelbar.Der Wert des Fonds sei bislang um gut 40 Prozent gestiegen, sagt Uguz.

Hanno Sonntag von der Researchabteilung der Deutschen Bank setzt ein Türkei-Investment gleich mit der Hoffnung auf einen positiven Ausgang der Parlamentswahlen im April und auf fortgesetzte Stabilisierungspolitik.Die Wirtschaft sei nach den Finanzkrisen in Asien und Rußland geschwächt.Allerdings hätten sich Inflation und Budget überraschend positiv entwickelt, so daß die Voraussetzungen für IWF-Verhandlungen im Frühjahr besser seien.Das Land bleibe jedoch geprägt von politischen Unwägbarkeiten.

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