Wirtschaft : Aktienmarkt: Technologiewerte brechen weltweit weiter ein

Die deutschen Aktien haben ihre kräftige Talfahrt am Montag nach der negativen Eröffnung der New Yorker Börse fortgesetzt. Besonders starke Verluste mussten wieder Technologiewerte hinnehmen. Der Dax verlor 1,73 Prozent auf 6732,94 Zähler. Der Nemax 50, der die Schwergewichte am Neuen Markt zusammenfasst, brach um zehn Prozent auf 3659 Punkte ein und hat damit seinen Kursverluste beschleunigt. Damit stand der Frankfurter Aktienmarkt nicht allein. Auch die Börsen in Paris, London und Mailand verzeichneten teils hohe Kurseinbußen. "Die Stimmung ist eingetrübt", sagte ein Frankfurter Aktienhändler.

Der Dow Jones der 30 führenden Industriewerte verlor zu Handelsbeginn in New York 1,05 Prozent auf 10 491,75 Punkte. Wie ihr deutsches Pendant Neuer Markt rutschte auch die Technologiebörse Nasdaq wesentlich stärker in den Keller. Der Index fiel um 3,20 Prozent auf 2932,13 Zähler und unterschritt damit die psychologisch wichtige Marke von 3000 Punkten.

Bei den Dax-Gewinnern führte der deutsch-amerikanische Autohersteller DaimlerChrysler die Hitliste an. Das Papier verteuerte sich leicht. Der Konsumwert Henkel kam unter die Räder, nachdem das Unternehmen seine Neun-Monatszahlen vorgelegt hatte. Henkel-Aktien waren bereits in den vergangenen Tagen in Erwartung der Zahlen stark gestiegen. Die Veröffentlichung nutzten viele Anleger zu Gewinnmitnahmen. Starke Verluste bei Technologiewerten begründete Rolf Stegemann, Händler bei der BHF-Bank, mit Unsicherheit bei der Bewertung: "Der Anleger fragt sich im Moment, warum er so hoch bewertete Papiere kaufen soll. Diese Aktien werden einfach rausgeschmissen", sagte Stegemann.

Ebenfalls gefallen ist der Kurs des Euro am Montag. Devisenmarktexperten beschrieben den Handel als träge. Solange nicht klar sei, wer neuer US-Präsident wird, hielten sich die Marktteilnehmer mit Engagements zurück, sagten sie. Während die Gemeinschaftswährung am Morgen noch Gewinne verzeichnete und sich stabil oberhalb von 0,86 US-Dollar gehalten hatte, verlor sie im weiteren Tagesverlauf kontinuierlich an Wert und unterschritt die Marke von 0,86 US-Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 0,8620 (Freitag: 0,8673) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2689 (2,2551) Mark. "Der Devisenmarkt hat unter dem Eindruck der US-Präsidentenwahl gestanden. Die US-Wahlwirrnisse ziehen sich hin wie Kaugummi. "Die Marktteilnehmer reagieren darauf mit Vorsicht", sagte Sarah Lütgert, Devisenmarktanalystin bei HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf. Im Wochenverlauf seien weitere Interventionen der EZB zugunsten des Euro möglich.

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