Wirtschaft : Alba plant Anleihe für 200 Millionen Euro

Berliner Entsorger will Schulden abbauen

Anieke Walter

Berlin - Das Berliner Recyclingunternehmen Alba plant, eine Unternehmensanleihe über 200 Millionen Euro auszugeben. Das Papier soll eine Laufzeit von sieben Jahren haben. „Der Emissionserlös soll der weiteren Rückführung bestehender Bankkredite dienen“, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Detailliertere Angaben, etwa zur Höhe des Zinssatzes oder zur genauen Verwendung des Geldes, mochte eine Alba-Sprecherin auf Anfrage nicht machen und nannte dafür „rechtliche Gründe“. Die Gruppe wolle ihre Finanzierung mit der Anleihe auf eine breitere internationale Basis stellen, hieß es in der Mitteilung. Um für die Anleihen zu werben, plant Alba ab dem 11. April eine Roadshow.

Noch vor kurzem waren es in erster Linie große Konzerne, die Anleihen auf dem Kapitalmarkt platzierten. Doch diese Finanzierungsmethode wird auch immer interessanter für mittelständische Unternehmen. Erst im September vergangenen Jahres hatte der Müsli-Hersteller Schneekoppe über eine Anleihe insgesamt zehn Millionen Euro größtenteils von privaten Investoren eingesammelt – und das innerhalb von 17 Tagen. Schneekoppe versprach den Investoren einen Zinssatz von 6,45 Prozent. Das liegt deutlich über dem Zinssatz für deutsche Staatsanleihen. Sie bringen derzeit im Schnitt eine Rendite von 3,2 Prozent. Auch andere Mittelständler haben dieses Finanzierungsinstrument für sich entdeckt: Der Schulbuchverlag Klett, schaffte es mitten in der Finanzkrise mit einer Anleihe 50 Millionen Euro von Investoren einzusammeln.

Die 9000 Mitarbeiter zählende Berliner Alba-Gruppe hat große Pläne: Erst kürzlich hatte das Familienunternehmen angekündigt, die Kölner Recyclingfirma Interseroh ganz übernehmen zu wollen. Derzeit halten die Berliner 75 Prozent. Allerdings müssen die Interseroh-Aktionäre auf der Hauptversammlung am 17. Mai dem Beherrschungsvertrag noch zustimmen. Die Übernahme würde Alba/Interseroh zum zweitgrößten Entsorger Deutschlands nach Remondis machen. Anieke Walter

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