Wirtschaft : Alle wollen MP3-Player

Boom bei der Unterhaltungselektronik hält an

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Berlin - Getragen vom Boom bei Flachbildschirmen, MP3-Playern und Navigationssystemen hat die Verbraucherelektronikbranche auf dem deutschen Markt 2005 erneut ein Rekordergebnis erzielt.

Für 2006 erwartet die Branche einen Umsatzanstieg von zehn Prozent auf 24 Milliarden Euro. Vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft und das aufgrund der 2007 anstehenden Mehrwertsteuererhöhung erwartete „größere Kaufinteresse“ gäben Anlass zum Optimismus, sagte Hans Joachim Kamp, Vorsitzender des Fachverbandes Consumer Electronics, am Mittwoch in Berlin. 2005 legte die Branche um 7,6 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro zu. Das Wachstum wurde erneut von der klassischen Unterhaltungselektronik getragen, sagte Kamp. So stieg der Umsatz für LCD-Bildschirme nach den gestern vom Branchenverband GFU vorgelegten Zahlen um über 147 Prozent. MP3-Player legten um 124,8 Prozent zu, „Navis“ fürs Auto um 85,1 Prozent. Ohne die klassische Unterhaltungselektronik würden die Zahlen im Gesamtmarkt für Verbraucherelektronik jedoch stagnieren. So blieben die Umsätze im Bereich der Telekommunikation (plus 0,9 Prozent) und beim Computerhandel (plus 0,8) unter den Erwartungen.

Die guten Zahlen im Unterhaltungsbereich haben aus deutscher Sicht allerdings einen Haken: Der Industriezweig ist hierzulande praktisch nicht mehr vertreten. „Für den Handel und die Logistik sind die steigenden Umsätze trotzdem eine gute Nachricht“, beeilt sich Kamp zu versichern – auch wenn er zugeben muss, dass nur noch der TV-Hersteller Loewe und einige Fachunternehmen zu den Zuwächsen beitragen konnten. Kamp selbst ist für die Problematik das beste Beispiel: Im Hauptberuf ist er Geschäftsführer der Deutschland-Filiale des niederländischen Elektronikmultis Philips. SB

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