Wirtschaft : Allianz AG: Geld-Supermarkt: Alles aus einer Hand

Kredit, Vermögensanlage, Versicherung - die Bundesbürger sollen bald alles aus einer Hand kaufen können. Mit der Übernahme der Dresdner Bank will die Allianz einen neuen, weltweit führenden Allfinanz-Konzern schaffen. "Die Allianz ist wieder mal Vorreiter und zeigt dem Markt, wo es lang geht", sagte Marc Lühmann von der Norddeutschen Landesbank.

Für die Kunden der Dresdner Bank und der Allianz wird sich einiges ändern. Für Otto Normalverbraucher hat das Allfinanzhaus Vor- und Nachteile, erklärte Lühmann: Auf der einen Seite habe er einen einzigen, kompetenten Ansprechpartner eistungen - für Autokredit und KFZ-Versicherung, Hausfinanzierung und Lebensversicherung, Altersvorsorge und Vermögensberatung. "Der Nachteil ist: Die verkaufen nur bestimmte Produkte." Bessere oder billigere Produkte fremder Anbietern wären hier nicht zu haben. Das eröffne neue Chancen für freie Vermögensberater. "Keiner kennt die Finanzen seiner Kunden so gut wie Versicherung und Bank zusammen", erklärte Lühmann. Und der Nürnberger Finanzprofessor Wolfgang Gerke sagte warnend: "Die Allianz muss jetzt bei der neuen Altersvorsorge darauf achten, dass sie alle Produkte anbietet."

Mit der Dresdner Bank bekäme die Allianz ein eigenes Filialnetz, über das sie ihre Versicherungen den Bankkunden verkaufen könnte. Bei den jetzigen Kooperationen läuft das nur schleppend. Umgekehrt bekamen Allianz-Kunden bei Ablauf ihrer Lebensversicherung bisher von den Vertretern eine neue Versicherung oder eine schmale Palette von Fonds angeboten. Künftig stünde das ganze Sortiment der zweitgrößten deutschen Fondgesellschaft, DIT, zur Auswahl.

Langfristig könnten zwei deutsche Allfinanzinstitute entstehen: Allianz/Dresdner und HypoVereinsbank/Rück mit ihrer Ergo-Versicherungsgruppe. Und ein Dritter scheint schon in den Startlöchern zu stehen: Die Deutsche Bank mit dem französischen Versicherungsriesen Axa.

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