Wirtschaft : Allianz: Der Versicherer muss an den Bankschalter

Thomas Magenheim

Na also, die Allianz kann es doch: Nach den geflopten Fusionsversuchen ihrer Edel-Beteiligung Dresdner Bank hat der Versicherer nun gegen starke Konkurrenz den angesehenen Vermögensverwalter Nicholas-Applegate ins eigene Haus geholt. Das ist zum einen ein Signal an die Finanzmärkte, dass die Münchner wichtige strategische Verhandlungen weiterhin erfolgreich zu Ende bringen können. Die Börsen haben entsprechend reagiert. Im allgemein wieder stark fallenden Dax konnte sich die Allianz-Aktie am Mittwoch noch gut behaupten. In der Sache bedeutet der Neuerwerb der Bayern ferner, dass die Allianz in puncto Vermögensverwaltung für das große Geschäft mit dem Privatanleger endgültig gerüstet ist. Zusammen mit Pimco und anderen Beteiligungen stecken nun einige Kugeln mit hoher Durchschlagskraft im Patronengurt der Münchner. Was fehlt, ist die passende Pistole, um sie abzufeuern. Die wäre der Vertrieb per Bankschalter. In genau diesem Punkt ist die Branche im Umbruch. Viele Kreditinstitute gliedern ihr Filialgeschäft aus oder strukturieren es um. Die Allianz will sich in diesem Prozess möglichst den exklusiven Zugriff auf ein flächendeckendes Filialnetz sichern. Denn Produkte der Vermögensverwaltung wie Aktienfonds werden traditionell besonders gut am Bankschalter unter das Volk gebracht. Erst wenn das gelungen ist, kann die Allianz ihre in Rekordzeit erreichte Bedeutung im Asset Managment auch in den Gewinn von Marktanteilen ummünzen. Deshalb ist der Erwerb von Nicholas-Applegate für die Allianz ein wichtiger Schritt aber noch kein Durchbruch.

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