Wirtschaft : Allianz Leben beruhigt Kunden

Düsseldorf - Kunden der deutschen Lebensversicherer sollen nicht unter den Folgen der Finanzkrise und der Börsenturbulenzen leiden: Die Branche will ihre Überschussbeteiligungen stabil halten. Das kündigte Marktführer Allianz Leben im „Handelsblatt“ an: „Viele Versicherungen haben schon früh ihre Aktienbestände abgesichert“, sagte der Anlagechef der Allianz Leben, Andreas Gruber. Die deutsche Branche ist zwar direkt nur minimal von der Immobilienkrise in Amerika betroffen. Sie leidet jedoch unter den Börsenturbulenzen. Dies schmälert die Ergebnisse der Kapitalanlage in diesem Jahr bisher deutlich.

Gruber managt mit insgesamt 145 Milliarden Euro eines der größten Vermögen in Deutschland. Sein Unternehmen gehört zu den reservestärksten und verfügt traditionell über einen höheren Aktienanteil als der Durchschnitt der Branche. Derzeit liegt er nach Angaben von Gruber „bei spürbar über zehn Prozent“. Das weitere Abwärtspotenzial der Kurse hält Gruber wegen der niedrigen Bewertung für begrenzt. Dies sei auch der große Unterschied zu 2002 und 2003, als viele Versicherer wegen der Aufsichtsregeln gezwungen waren, Aktien zu verkaufen.

Gruber glaubt zudem, dass der Renditeanstieg am Kapitalmarkt vielen Versicherungen helfen wird, zumindest mittelfristig weiter attraktive Erträge am Kapitalmarkt zu erwirtschaften. So brächten Pfandbriefe wieder fünf Prozent und gute Unternehmensanleihen mehr als sechs Prozent. „Das ist sehr positiv für Lebensversicherer“, sagte Gruber. Er kann sich deshalb auch vorstellen, dass manche Versicherer in diesem Jahr einen kleinen Schwenk von der Aktie zur Anleihe vollzogen haben. Wegen des Zinsanstiegs sieht er die Überschussbeteiligung bei Lebensversicherungen nicht in Gefahr. Marktführer Allianz beließ sie zuletzt bei 4,5 Prozent. itt (HB)

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