Wirtschaft : Allianz steckt sich höhere Ziele

Finanzkonzern peilt Ergebnis von mindestens vier Milliarden Euro an

Nicole Huss

München - Nach dem kräftigen Gewinnzuwachs im ersten Halbjahr hat sich die Allianz ehrgeizigere Ziele für das laufende Geschäftsjahr gesteckt. „Wir werden der Gruppe neue Energie entlocken und sie an die Spitze der internationalen Finanzdienstleister bringen“, kündigte Konzernchef Michael Diekmann am Freitag in München an. Er rechne nun damit, die Ziele für 2005 „nicht nur zu erreichen, sondern sogar zu übertreffen“. Diekmann sagte, er wäre sehr enttäuscht, wenn das Nettoergebnis unter vier Milliarden Euro liegen würde. Im Vorjahr hatte die Allianz 2,2 Milliarden Euro Gewinn gemacht.

Die Halbjahresbilanz, deren Eckdaten der Allfinanzkonzern am Dienstag veröffentlicht hatte, kann sich sehen lassen. Der Umsatz legte um 5,1 Prozent auf 52 Milliarden Euro zu, der Überschuss stieg um mehr als 48 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung, dem größten Gewinnbringer, stieg der operative Gewinn um rund zehn Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich nur geringfügig. Diekmann erklärte, angesichts des schwierigen Marktumfelds setze die Allianz eher auf Gewinn- als auf Umsatzwachstum.

Controlling-Vorstand Helmut Perlet sagte, die Segmente entwickelten sich zunehmend zu Wachstumstreibern des Konzerns. Besonders bei Altersvorsorgeprodukten gebe es großes Wachstumspotenzial, ergänzte Diekmann. In den Kernmärkten der Allianz gebe es rund 200 Millionen Menschen, die noch nicht angemessen für das Alter vorgesorgt hätten.

Auch die Banktochter Dresdner Bank legte am Freitag gute Zahlen vor: Trotz des schwierigen Marktumfelds steigerte sie ihren Betriebsgewinn im zweiten Quartal um fast 16 Prozent auf 272 Millionen Euro. „Die Bank ist auf gutem Weg, ihre Kapitalkosten in diesem Jahr zu verdienen“, sagte Perlet. Dies entspräche einem Gewinn von rund 700 Millionen Euro.

Probleme hat die Bank aber mit ihrer Investmentsparte Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), deren Gewinn im ersten Halbjahr um mehr als 20 Prozent schrumpfte. Diekmann bekräftigte aber, ein Verkauf von DrKW stehe derzeit nicht zur Diskussion. Die Allianz-Aktie verlor am Freitag ein Prozent auf 108,68 Euro, was Händler mit Gewinnmitnahmen erklärten.

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