Wirtschaft : Allianz verringert Aktienbesitz Finanzvorstand: Es geht um vier Milliarden Euro

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Düsseldorf Der Allfinanzkonzern Allianz will seine Aktienquote von derzeit knapp 13 Prozent des Vermögens deutlich reduzieren. „Wir werden auch in Zukunft in Aktien investieren, allerdings in einer Größenordnung, die bei einer Aktienquote von etwa zehn Prozent liegen wird“, sagte Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner dem Handelsblatt. Es gehe um ein Volumen von „etwa vier Milliarden Euro“, wobei es sich überwiegend um Papiere außerhalb des Deutschen Aktienindexes handele. Achleitner sagte, die Allianz stehe bei den Verkäufen nicht unter Zeitdruck. „Wir haben bereits in den vergangenen fünf Jahren massiv Beteiligungen abgebaut, ohne den Markt verrückt oder gar kaputtzumachen.“

Die Allianz hat den Abbau ihres Beteiligungsportfolios damit weitgehend abgeschlossen. „Wir sind fast da, wo wir hin wollen“, zieht Achleitner Bilanz. Der Finanzvorstand, der gerade seinen Vertrag verlängert, hat so mit einiger Verspätung den Job erledigt, für den er eingestellt worden ist. Im Januar 2000 trat der Österreicher seinen Posten als Allianz-Beteiligungsvorstand an. Die Verpflichtung des Deutschland-Chefs der Investmentbank Goldman Sachs sorgte für einen Sprung der Allianz-Aktie. Die meisten Experten erhofften sich nun quasi „über Nacht“ ein aktives Durchforsten des milliardenschweren Beteiligungsbesitzes von Europas größtem Versicherer.

Insgesamt bewegte der Versicherer in dieser Zeit Industriebeteiligungen von rund 30 Milliarden Euro. Erst in der letzten Woche trennte sich Achleitner von der Beteiligung am Mischkonzern MAN. Die Beteiligungen an Bayer und RWE wurden reduziert und eine Wandelanleihe aufgelegt. Die Abhängigkeit vom deutschen Aktienmarkt sank so erneut. Gleichzeitig investiert die Allianz in internationale Aktien und in nichtbörsennotierte Unternehmen. Hier gab es zuletzt ansehnliche Gewinne. cbu/HB

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