Wirtschaft : Altana bringt Chemiesparte an die Börse Größte Übernahme in der Firmengeschichte

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Frankfurt am Main Der Bad Homburger Konzern Altana macht mit der größten Übernahme in seiner Firmengeschichte die Chemiesparte fit für einen Börsengang. Altana übernimmt für 630 Millionen Euro den Fürther Farbenhersteller Eckart. Geplant ist, die Chemiesparte im kommenden Jahr neben der Konzernsäule Pharma als selbstständiges Unternehmen an die Börse zu bringen. Das kündigte Altana-Vorstandschef Nikolaus Schweickart am Mittwoch überraschend an.

Damit geht das Unternehmen einen ähnlichen Weg wie der Konkurrent Bayer, der jüngst einen großen Teil seiner Chemieaktivitäten als neue Firma Lanxess an der Börse platziert hat. Mit künftig 1,2 Milliarden Euro Umsatz sieht sich Altana Chemie als Kandidat für den M-Dax. Schweickart sagte, Quandt- Erbin Susanne Klatten solle auch künftig Mehrheitseignerin beider Unternehmen bleiben.

Investoren begrüßten den Plan. Die Altana-Aktie legte mehr als vier Prozent zu. „Die Aufspaltung ist sicherlich eine sinnvolle Strategie“, sagte Peter Spengler von der DZ Bank. Schweickart sagte, „aus Kreisen des Kapitalmarktes“ sei Altana seit Jahren nahe gelegt worden, die Chemie abzustoßen und sich ganz auf das größere Pharmageschäft zu konzentrieren. Dieses Geschäft, das bisher zwei Drittel zum Gesamtumsatz von Altana beiträgt, solle durch Zukäufe und Kooperationen ausgebaut werden. Dafür und für Produktentwicklungen stünde mehr als eine Milliarde Euro bereit. Gleichzeitig prüft Schweickart den Verkauf von Randbereichen wie verschreibungsfreie Medikamente und Kontrastmittel.

Angesichts einer guten Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten hob Altana seine Jahresprognose für 2005 leicht an. Man erwartet nun eine Steigerung des Vorsteuerergebnisses im mittleren einstelligen Prozentbereich. shf (HB)

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