Wirtschaft : Ampere gibt nicht nach

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Düsseldorf (juf/HB). Der Berliner Energiehändler Ampere gibt dem Druck seines Mehrheitseigentümers, den Stadtwerken Hannover, nicht nach und hält seinen Widerstand gegen die Fusion von Eon und Ruhrgas aufrecht. „Wir sind froh, dass wir unseren Antrag nicht zurückziehen müssen“, sagte Claus Rottenbacher, Vorstandschef der Ampere AG, dem Handelsblatt, „der Vorstand ist nach wie vor der Ansicht, dass die Ministererlaubnis nicht im Sinne der Gesellschaft ist.“

Das Unternehmen hatte als erster Konkurrent einen Eilantrag gegen die Fusion des Eon-Konzerns mit der Ruhrgas AG eingereicht, die Anfang Juli vom Wirtschaftsministerium gegen den Willen des Bundeskartellamtes genehmigt worden war. Die Stadtwerke Hannover kritisierten dies, zitierten Rottenbacher am Mittwoch in ihre Zentrale und verlangten, den Antrag zurückzunehmen. Jedoch erwirkte die Millenium Venture Capital AG, die rund fünf Prozent der Ampere-Anteile hält, am Donnerstag eine einstweilige Verfügung. Diese untersagt es Ampere, den Antrag zurückzuziehen. Die Stadtwerke Hannover erklärten daraufhin, sie missbilligten den Eilantrag, er ließe sich jetzt aber nicht mehr zurückziehen.

Die Differenzen zwischen Ampere und seinem Mehrheitseigner sind damit aber nicht ausgeräumt. Deppe deutete Konsequenzen an: „Wir werden uns Maßnahmen überlegen, um unseren Einfluss bei der Ampere AG im Interesse des Unternehmens zu stärken.“ Auch Schadensersatzsprüche schloss er nicht aus. Deppe verwies im Übrigen auf die Aufsichtsratssitzung der Ampere AG, die für den 31. August anberaumt ist. In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, Ampere bekomme den Einfluss der beklagten Eon zu spüren. Die Stadtwerke Hannover, die 75 Prozent an Ampere halten, gehören wiederum zu je zwölf Prozent Ruhrgas und der Eon-Beteiligung Thüga.

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