Wirtschaft : An den Börsen macht sich Nervosität breit - Starke Verluste bei Technologiewerten

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Unter den Börsianern gab es zum Wochenbeginn zunächst nur ein Gesprächsthema: Infineon. Der Start der Aktien des Halbleiter-Produzenten verdeckte die anderen Entwicklungen, dann aber wendeten sich die Profis wieder dem allgemeinen Marktgeschehen zu. Dieses war von großer Nervosität geprägt. Die Vorgaben waren wenig positiv. Der Dow-Jones-Index war am Freitag an der Wall Street um fast 82 Punkte oder etwas mehr als 0,8 Prozent gesunken. Der japanische Aktienmarkt war nach Bekanntgabe unerwartet schlechter Konjunkturdaten eingebrochen, und der Nikkei-Index hatte 2,8 Prozent verloren. Zu Kursverlusten war es auch in Hongkong gekommen. So eröffnete auch das deutsche Börsenbarometer, der Dax schwächer, und gab bis zum Mittag um 3,3 Prozent nach. Erst danach setzte eine leichte Erholungstendenz ein, und der Index schloss schließlich bei 7693,85 Punkten, gegenüber Freitag aber immer noch ein Minus von gut 3,5 Prozent. Zu den Verlierern gehörten vor allem die Bankentitel, die weiterhin unter der Skepsis gegenüber der Fusion von Deutscher und Dresdner Bank litten. Größter Gewinner waren RWE-Titel. Es wird über einen Einstieg von Royal Dutch/Shell bei dem deutschen Energieriesen spekuliert.

Noch heftiger erwischte es am Montag die Technologiewerte. Händler sprachen von einer überfälligen Konsolidierung. Der Blue-Chips-Index Nemax-50 sank zwischenzeitlich um knapp sieben Prozent auf unter 9000 Punkte. Auch hier ging die Abwärtsbewegung von den japanischen Märkten aus. Zudem halten viele Marktbeobachter die Technologiewerte nach wie vor für überbewertet. "Nachdem der Markt in letzter Zeit sehr heiß gelaufen war, ist er zurückgekommen", sagte ein Händler. Dies sei begrüßenswert, da man sich wieder sicherer bewegen könne.

Andere Börsenteilnehmer äußerten sich besorgt, die Kurse könnten noch weiter fallen. Dies könnte dann möglicherweise der Anfang einer größeren Korrektur sein, hieß es. Schließlich hätten auch viele Anleger Gelder abgezogen, um in Infineon zu investieren, hieß es auf dem Parkett. Zum Schluss der Sitzung wurde der Nemax-50 mit 9236,65 Punkten notiert. Gegenüber Freitag bedeutet dies ein Minus von rund 3,3 Prozent.

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