Wirtschaft : An der Börse wird es wieder lebendig

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Von Bernd Hops

Die Börse in Deutschland belebt sich. Die Unternehmen wagen wieder den Sprung auf das Parkett. Die Angst der Firmenchefs vor dem Imageschaden, weil niemand von ihnen Aktien kaufen will, schwindet. Schon im März könnte es den ersten Börsendebütanten geben, den HalbleiterProduzenten Siltronic. Und die Post hat erstmals einen konkreten Termin für ihre Tochter Postbank genannt. Schon am 21. Juni könnte der Titel auf dem Börsenzettel erscheinen, viel früher als von den meisten bisher erwartet.

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start sind so gut wie seit langem nicht mehr. Seit fast einem Jahr steigen die Kurse. Die Anleger haben wieder Geschmack gefunden an Aktien. Das zeigt auch das Ergebnis der Deutschen Börse, die für das vergangene Geschäftsjahr ein Rekordergebnis ausweist. Die Börse, die nach dem Platzen der Hightech-Blase für viele Anleger als Synonym für Kapitalvernichtung stand, gilt jetzt erneut als Platz, an dem man Geld verdienen kann.

Die Rückkehr der Anleger ist aber auch für die Unternehmen wichtig. Denn die Banken in Deutschland sind lange nicht mehr so freigiebig mit Krediten wie noch vor wenigen Jahren. Trotz aller Klagen in Deutschland gibt es viele Unternehmen, die gut durch das Konjunkturtief gekommen und profitabel sind. Geld verdienen sie aber weiterhin nur, wenn sie auch investieren könnten. Diese Firmen brauchen frisches Kapital für den beginnenden Aufschwung.

Da sollte sich für Anleger auszahlen. Besonders bei den ersten Börsengängen des Jahres dürften die Konditionen noch günstig sein. Kein Börsenaspirant wird es sich nach der langen Flaute leisten wollen, die Geldanleger gleich wieder zu verschrecken.

Gehen Anleger also wieder rosigen Zeiten entgegen? Vorsicht ist geboten. Wenn sich bei den Börsengängen erneut zwei- oder gar dreistellige Kurssteigerungen innerhalb weniger Tage einstellen, sollten Erinnerungen an den Aktienhype vor einigen Jahren wach werden. Neben übertriebenen Versprechungen der Unternehmen ist die Gier der Anleger die größte Gefahr. Bleiben die Erwartungen jetzt aber unter Kontrolle, dann stehen die Chancen gut, dass sich auch Privatanleger wieder mit der Aktie versöhnen.

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