Wirtschaft : Analysten begrüßen Fusion von Compaq und Hewlett-Packard

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Bis endgültig klar ist, ob die Fusion zwischen Hewlett-Packard und Compaq tatsächlich zustande kommt, dauert es mindestens noch zwei Wochen. In der deutschen Firmenzentrale von Hewlett-Packard in Böblingen spricht Pressereferentin Claudia Martens sogar von fünf Wochen. Denn zurzeit werden von 25 Beschäftigten einer speziell bestellten Firma die Stimmen ausgezählt, die bei den Aktionärsbefragungen in den vergangenen Tagen gesammelt worden sind.

Bei Compaq hatten sich die Aktionäre mit einer Mehrheit von 90 Prozent für eine Fusion ausgesprochen, denn der angeschlagene PC-Hersteller soll zu einem höheren Preis als dem Aktienwert übernommen werden. Das "überhöhte Angebot" ist einer der Gründe, warum sich das Abstimmungs-Ergebnis bei HP aber nicht so eindeutig bestimmen läßt. HP-Chefin Carly Fiorina hatte am Mittwoch von einer kleinen, aber ausreichenden Mehrheit gesprochen.

Bedenken haben die Gegner des Zusammengehens auch, weil das traditionell starke HP-Geschäft mit Druckern verwässert werde. Mit dem Compaq-PC-Geschäft kaufe man sich in einen sehr viel härter umkämpften Markt ein.

Falls das Ergebnis pro Fusion ausfällt, soll sie innerhalb weniger Wochen vollzogen werden. Dann entstünde ein Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 90 Milliarden Euro und 150 000 Mitarbeitern. Wenn die bisherige Rechenweise stimmt, so ein Analyst der Frankfurter BHF-Bank, dann werde jeder Compaq-Aktionär für die Papiere des neuen Konzerns 1,58 Compaq-Aktien hinlegen müssen. Ob dieser Konzern ein Erfolg werden wird, darüber ist sich die Branche noch nicht klar. Grundsätzlich, so sagen Experten, sei es schon günstig sei, "im stark fragmentierten Computer-Markt die Größenordnungen zu vervielfachen". Nur so könne eine ernsthafte Konkurrenz zu Riesen wie IBM aufgebaut werden.

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