Wirtschaft : Angst vor einer Blamage

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2002 – UMTS

Ein paar wenige dürfen es schon ausprobieren. Wie viele genau, das verraten weder TMobile noch Vodafone. Die beiden Mobilfunkbetreiber testen derzeit ihre Mobilfunknetze der dritten Generation mit ausgewählten Kunden. Dabei wollten sie UMTS schon 2002 einführen. Doch vor einem haben die Netzbetreiber Angst: Dass die Technik beim Start nicht reibungslos läuft und die ohnehin skeptischen Kunden vergrault werden. Neuer Starttermin ist jetzt die Computermesse Cebit im März 2004.

Kaum ein Technikkürzel hat einen so schlechten Klang wie UMTS. Von einer Revolution in der mobilen Kommunikation sprachen alle noch im Jahr 2000. Allein in Deutschland zahlten sechs Bieter 50 Milliarden Euro für sechs Lizenzen zum Betrieb eines UMTS-Netzes. Von Revolution sprach bald niemand mehr, nur davon, dass die Lizenznehmer das Geld niemals wieder werden verdienen können. Und von Pannen wurde gesprochen. Davon, dass die Technik auch 2003 noch immer nicht reibungslos läuft und die entsprechenden Handys fehlen. Schlimmer noch: Es fehlen Dienste und Anwendungen, für die man die Technik erst braucht.

UMTS ist schlicht eine Mobilfunktechnik, die eine wesentlich schnellere Übertragung von Daten ermöglicht. Wichtig ist das, wenn man mobil im Internet surfen oder Fotos und Videos per Handy übertragen will. In Japan nutzen schon mehr als eine Million Kunden UMTS – und zur Freude der Netzbetreiber ist dabei der durchschnittliche Umsatz pro Kunde deutlich gestiegen. Auch in Italien, Großbritannien und Österreich laufen schon UMTS-Netze – allerdings mit wesentlich weniger Erfolg als in Japan. Schuld daran waren, so die Betreiber, fehlerhafte Endgeräte. Solche Pannen wollen die deutschen Betreiber vermeiden. vis

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