• Anleger, die ihr Geld kurzfristig in Sicherheit bringen wollen, sind nicht auf Sparbuch und Girokonto angewiesen

Wirtschaft : Anleger, die ihr Geld kurzfristig in Sicherheit bringen wollen, sind nicht auf Sparbuch und Girokonto angewiesen

Veronika Csizi

Die meisten Aktien wackeln, an den Börsen herrscht Aprilwetter. Viele Anleger wollen ihr Geld deshalb lieber ein paar Wochen sicher parken und warten, bis sich die Frühlingsstürme wieder gelegt haben. Das mager verzinste Sparbuch ist dafür denkbar ungeeignet. Aber es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Erspartes kurzfristig anzulegen und trotzdem nicht auf Rendite zu verzichten. Generell gilt hier: Je höher der Anlagebetrag, desto höher die Zinsen.

Eine gute Mischung aus Verfügbarkeit, Flexibilität und Rendite bietet ein Tagesgeldkonto, das bei einer Anlagesumme von 10 000 Mark im Schnitt 2,5 Prozent, ab 50 000 Mark etwa drei Prozent abwirft. Etwas attraktivere Sätze bieten Spezial- oder Direktbanken. So zahlen etwa Volkswagen Direct bis zu 3,15, 1822direkt (eine Tochter der Frankfurter Sparkasse) bis 3,25 Prozent, die BMW Bank 3,4 und die Quelle-Tochter Entrium Direct sogar 3,7 Prozent - allerdings erst ab 100 000 Mark. Wer den Blick ins Ausland wagt, kann noch besser abschneiden: Die türkische UGBI oder die niederländische Finansbank bieten Sätze bis zu 4,5 Prozent. Der Nachteil: Während das Geld in Deutschland nach dem Einlagensicherungsgesetz abgesichert ist, erhielte der Kunde bei einer Pleite der ausländischen Bank nur höchstens 20 000 Euro zurück.

Die Sätze der großen deutschen Privatbanken sind durchweg etwas niedriger: Die Berliner Bank bietet mit "Flexgeld" eine jederzeit verfügbare Variante, die unter 20 000 Mark mit zwei Prozent rentiert. Die Zinsen werden allerdings regelmäßig dem aktuellen Marktsätzen - meist dem Tagesgeldsatz im bankinternen Handel - angepasst. Wichtig beim Vergleich der Konditionen verschiedener Institute: Gilt der Zinssatz ab der ersten Mark?

Der Deutschen liebste Kurzparkzone sind Geldmarktkonten beziehungsweise Geldmarktfonds. Anders als Tagesgeldkonten können Geldmarktkonten in verschiedenen Währungen geführt werden und neben den Zinsen auch Währungsgewinne (aber natürlich auch Verluste) abwerfen. Bei den meisten Instituten rentieren die täglich verfügbaren, gebührenfreien Geldmarktkonten zwischen 2,5 und 3,3 Prozent. Die Deutsche Bank 24 etwa verzinst 10 000 Mark aktuell mit 2,8 Prozent. Aber Achtung: Auch hier ist der Zinssatz variabel.

Die meisten Aktionäre schichten in Krisenzeiten auf Geldmarktfonds um: Das Geld bleibt im Depot, man ist schnell handlungsfähig. Die Rendite dieser Investmentfonds, die selbst in Tages- und Termingeldern sowie kurzfristigen Anleihen investieren, liegt im mittelfristigen Vergleich etwa einen halben Prozentpunkt unter den Tagesgeldern - vor allem, weil die Kosten für das Fondsmanagement einen Teil der Rendite auffressen.

Weniger bekannt, aber auch nicht schlecht verzinst sind sogenannte Floating Bonds oder Floater. Ab einer Laufzeit von drei Monaten lohnen sich diese variabel verzinsten Rentenpapiere. Die Sätze liegen meist knapp über denen von Tagesgeldern. Der Nachteil: Für Kauf und Verkauf von Floatern fallen Spesen an. Der Vorteil: Die Kurschwankungen sind niedriger als bei anderen Anleihen, da die Verzinsung dem aktuellen Niveau angepasst wird.

Eine weitere Möglichkeit: Termingelder. Die zum Teil etwas höheren Zinssätze als beim Tagesgeld werden mit einer festgelegten Laufzeit (meist ab einem Monat) erkauft. Das Geld ist für einen festgelegten Zeitraum nicht verfügbar, eignet sich folglich nicht für Anleger, die schnell handlungsfähig sein wollen. Dafür ist der Zinssatz während der Laufzeit unveränderbar - bei fallenden Zinsen ein Vorteil, bei steigenden ein Nachteil. Die meisten Banken bieten Festgeld mit Laufzeiten zwischen einem und zwölf Monaten an. Renditesieger sind wiederum Direkt- und Autobanken: VW und BMW verzinsen 10 000 Mark, je nach Laufzeit, mit 3,35 bis 4,0 Prozent. Bei den Berliner Sparkassen und der Berliner Bank ist Verhandlungsgeschick gefragt: Die Zinssätze, heißt es, seien "abhängig von den Gesamtgeschäftsbeziehungen".

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