• ANLEGER Frage: an Björn Jesch Chefinvestmentstratege für vermögende Privatkunden der Deutschen Bank

ANLEGER Frage : an Björn Jesch Chefinvestmentstratege für vermögende Privatkunden der Deutschen Bank

Wie profitiert man von Kurskapriolen?

an Björn Jesch

Schwankende Kurse eröffnen Chancen für risikobereite Anleger. Welche Instrumente bieten sich für Anleger an, die einen Teil ihres Geldes einsetzen wollen, um von der derzeitigen Volatilität auf den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren?

Für die gängigen Leitindizes wie Dax, Euro-Stoxx 50 oder S&P 500 gibt es entsprechende Volatilitätsindizes. Diese bilden die Schwankungsintensität des Index ab und sind zum Beispiel über Zertifikate handelbar. Allerdings wirken sich die regelmäßig notwendigen Laufzeitanpassungen mindernd auf die Performance aus.

Eine weitere Möglichkeit, hohe Volatilität zu nutzen, eröffnen Optionen. In den Wert einer Option fließt neben anderen Faktoren die im zugrunde liegenden Investment gemessene Schwankung ein. Erhöht sich diese, steigt der Wert der Option, geht die Volatilität zurück, fällt der Wert der Option. Allerdings sind solche Transaktionen sehr komplex, da auch der Kursverlauf des zugrunde liegenden Basiswerts sowie die Laufzeit der Option und die Veränderung des Zinses Einfluss auf den Wert der Option haben.

Einfacher können Anleger über eine Reihe von Zertifikaten wie Diskont-, Bonus- oder Reverse-Zertifikate hieran partizipieren. Dabei werden Aktien, Rohstoffe oder Indizes mit Optionen kombiniert. Damit können attraktive Renditen erzielt werden. So lassen sich im Bereich der Festzinszertifikate sehr defensive Aktienstrukturen mit kürzeren Laufzeiten und attraktiven Koupons darstellen, da die erwartete Volatilität bei Optionen, die weit aus dem Geld liegen (der Kurs des Basiswertes ist niedriger als der Preis, zu dem man den Basiswert laut Optionsschein kaufen darf) derzeit sehr hoch ist. Wichtig ist, dass der Anleger sich darüber im Klaren ist, was passiert, wenn etwa diese Bandbreite verletzt wird. Dann verändert sich das Rendite-Risiko-Profil seiner Anlage deutlich.

Anleger, denen die Schwankungen derzeit zu hoch sind und die eher Kapitalerhalt für ihr Vermögen anstreben, können Investitionen in Sachwerte wie beispielsweise Immobilien ins Auge fassen. Die Schuldenkrise erhöht die Attraktivität solcher Anlagen als strategischer und stabiler Baustein in der Vermögensallokation. Neben der Möglichkeit, in Form geschlossener Beteiligungen zu investieren, nutzen vermögende Anleger immer mehr auch Direktinvestments in Immobilien, was sich in der starken Nachfrage bei Immobilien in Top-Lagen widerspiegelt.

Zur Diversifizierung der taktischen Liquidität bieten sich Fremdwährungskonten an. Hier können Anleger Teile ihrer liquiden Mittel außerhalb des Euros zum Beispiel in Dollars aus Australien, Kanada und den USA oder Kronen aus Skandinavien kurzfristig investieren.

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