ANLEGER Frage : An Malte Diesselhorst Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Welche Anlage hilft beim Steuersparen?

An Malte Diesselhorst

Mit welchen Formen der Geldanlage und Altersvorsorge lassen sich gleichzeitig Steuern sparen?

Eigentlich sollte jeder Anleger das Ziel haben, möglichst viel Steuern zu zahlen. Denn nur wer gute Gewinne macht, muss auch viel versteuern. Die ersten 801 Euro sind ohnehin frei, bei Ehegatten 1602 Euro. Darüber liegt der Steuersatz für Kapitalerträge bei pauschal 25 Prozent und damit zwar höher als früher, aber immer noch deutlich unter dem Spitzensteuersatz. Trotzdem ist die Steuerersparnis ein wesentliches Motiv für den Kauf bestimmter Anlageprodukte, auch wenn viele Anleger aus eigener Erfahrung inzwischen wissen, dass Rendite, Sicherheit und leichte Veräußerbarkeit viel wichtiger sind. Ein konkreter Vergleich des Ergebnisses verschiedener Anlagen nach persönlichen Steuern erfordert ohnehin eine genaue Analyse der Einkommenssituation, eventuell vorhandener Verlustvorträge und muss auch die weitere Lebensplanung berücksichtigen.

Einige Anlageprodukte werden trotzdem immer noch mit Steuervorteilen beworben. Vor allem geschlossene Fonds führten in der Vergangenheit zu erheblichen Verlustzuweisungen, über die zunächst oft das eingesetzte Kapital vollständig vom Finanzamt zurückgeholt werden konnte. Zu schön, um wahr zu sein. Oft waren die Verluste real, die Ausschüttungen wurden zurückgefordert und auch die steuerliche Anerkennung wurde in vielen Fällen später versagt, wie etwa bei den Filmfonds.

Die steuerlich begünstigte Immobilien-AG in der Form des Reit hat sich in Deutschland bisher nicht durchsetzen können, und auch hier sollte die Aufmerksamkeit auf das Geschäftsmodell, nicht auf die Steuervorteile gerichtet werden.

Die Steuervorteile für Lebensversicherungen sind inzwischen weitgehend abgeschafft. Weil auch die Garantieverzinsung der Lebensversicherer zurückgeht, verliert die Lebensversicherung als Anlage an Attraktivität. Auch die geförderten Riester- und Rürup-Produkte sollten vor dem Kauf genau geprüft werden.

Eine in den letzten Jahren attraktive Möglichkeit, Gewinne zu machen, ohne Steuern zu zahlen, war die Anlage in Edelmetallen. Hier gilt noch die Spekulationsfrist von einem Jahr, wer also sein Gold länger behält, kann es danach verkaufen, ohne die Gewinne versteuern zu müssen. Viele Anleger dürften auf diese Weise in den letzten Jahren erhebliche steuerfreie Gewinne gemacht haben. Der Nachteil: Sollte sich der Trend ändern, sind auch Verluste aus dieser Anlageform nicht steuerlich absetzbar. Und gerade dieser Aspekt könnte für viele Anleger erheblich sein: Verluste werden gern verdrängt, sie sollten aber unbedingt steuerlich geltend gemacht werden. Ein festgestellter Verlustvortrag, etwa aus dem Krisenjahr 2008, kann heute zu erheblichen Steuereinsparungen führen. Und wer im abgelaufenen Jahr zum Beispiel direkt in Dax-Werte investierte, kann das angesichts der guten Gewinne gebrauchen.

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