Wirtschaft : Anleger sollten Risiken eines Engagements genauer prüfen

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Die Auswirkungen der Asien- und Russland-Krisen der Jahre 1997 und 1998 und der Schwierigkeiten in Lateinamerika Anfang 1999 auf die deutschen Wertpapiermärkte haben sich zwar in Grenzen gehalten. Trotzdem sind sie nach Ansicht der Bundesbank ein Hinweis darauf, dass Investoren "bewusster" mit den Risiken ihrer Anlagen umgehen müssen. Nur so könnten Wertverluste und "Ansteckungsrisiken" vermieden werden, schreiben die Notenbanker im Monatsbericht April.

Die Notenbanker weisen in ihrer Analyse auch darauf hin, dass "Finanzmarktakteure ihre eigenen Fehler selbst verantworten müssen". Diese Anmerkung bezieht sich vor allem auf die bei der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington wieder aufgeflammte Diskussion um die Einbeziehung der privaten Banken bei der Lösung großer Finanzkrisen. "Es kann keine Aufgabe öffentlicher Stellen auf nationaler oder internationaler Ebene sein, für ein leichtfertiges Verhalten der Anleger einzustehen."

Nach Ansicht der Bundesbank haben Marktteilnehmer während der Krisen in Asien und Russland "die Einzelrisiken finanzieller Engagements, vor allem aber die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Risikokategorien häufig nicht richtig eingeschätzt". Vor allem die Liquiditätsrisiken hätten ernorme Probleme hervorgerufen, die durch den Verkauf gefährdeter Papiere noch verstärkt worden seien. Voraussetzung für ein umsichtiges Verhalten seien generell, so die Bundesbank, hinreichende Informationen über Geschäftspartner und Marktverhältnisse sowie ein ausgereiftes internes Risiko-Management. "Darüber hinaus ist es wichtig, die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den Einzelrisiken mit ins Kalkül zu ziehen, da diese gerade in Krisenzeiten nicht isoliert voneinander auftreten".

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