Wirtschaft : Arbeitgeberchef Hundt wird 65 – und denkt nicht an Rente

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In diesen Tagen ist Dieter Hundt bester Laune. Der VfB Stuttgart steht an der Tabellenspitze, mit 17 Punkten und keinem Gegentor, und am Mittwoch geht’s in der Champions League gegen Manchester. In Stuttgart. Ein Feiertag für Hundt, zu dessen Idolen der langjährige einarmige Kapitän des VfB, Robert Schlienz, gehört. Die jüngste Erfolgsgeschichte des VfB hängt vermutlich auch mit Hundt zusammen. Im letzten Jahr, als sein Verein immer tiefer abrutschte, ließ sich der Unternehmer und Multifunktionär breitschlagen und zum Aufsichtsratsvorsitzenden des VfB wählen. Und schon ging es aufwärts. Hundt selbst war ein so guter Kicker, dass er sich während des Maschinenbaustudiums in Zürich ein paar Franken als Mittelstürmer bei den Grashoppers verdiente.

Doch wohlhabend wurde Hundt als geschäftsführender Gesellschafter des Autozulieferers Allgaier Werke in Uhingen. Und Bekanntheit und Bedeutung brachte eines der wichtigsten Ämter in der deutschen Wirtschaft – seit Ende 1996 ist Hundt Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. In dieser Funktion steht Hundt aber nicht für einen Kapitalismus pur, sondern für das deutsche Modell eines Interessenausgleichs zwischen den Tarifparteien. Deshalb zankt er sich auch häufiger mit dem PräsidentenKollegen vom Bundesverband der Industrie, der gerne das so genannte Tarifkartell zerschlagen möchte. Am heutigen Donnerstag wird Dieter Hundt 65 Jahre alt. Beim Empfang im Technikmuseum ehrt der Kanzler den obersten Arbeitgeber. alf

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