Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Im Osten kein Fortschritt - Bericht der Bundesanstalt für Arbeit über das Jahr 2000

Die wichtigsten Punkte im Jahresbericht der Bundesanstalt für Arbeit

Bundesweit waren im Jahresdurchschnitt 2000 noch 3 888 700 Menschen ohne Arbeit. Dies entspricht einem Rückgang um 210 600 oder fünf Prozent gegenüber 1999. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,6 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr.

In den alten Bundesländern habe "der starke Beschäftigungsaufbau" die Arbeitslosigkeit weiter sinken lassen. Im Jahresdurchschnitt 2000 waren mit 2 529 400 Arbeitslosen 226 200 oder acht Prozent weniger Menschen ohne Beschäftigung als 1999. Die Arbeitslosenquote betrug 2000 in Westdeutschland 7,8 Prozent. 1999 waren es noch 8,8 Prozent gewesen.

In den neuen Ländern ist "der Abbau der hohen Arbeitslosigkeit auch 2000 nicht vorangekommen", stellt die Bundesanstalt fest. Im Jahresschnitt waren ihren Angaben zufolge mit 1 359 300 Menschen 15 600 oder ein Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet als 1999. Die Arbeitslosenquote betrug 17,4 Prozent und liegt nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 17,6 Prozent.

Erwerbstätige: Für das Gesamtjahr rechnen die Experten mit einer Durchschnittszahl von 38,53 Millionen Erwerbstätigen. Dies wären rund 600 000 oder 1,5 Prozent mehr als 1999. Der Zuwachs dürfte laut Bundesanstalt "ausschließlich auf die alten Länder entfallen".

Stellenvermittlung: Im Laufe des Jahres 2000 erhielten die Arbeitsämter 4 103 400 Stellenangebote, 60 000 mehr als 1999. Sie vermittelten 3 517 900 Arbeitsverhältnisse, 221 100 weniger als im Vorjahr.

Mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten entlasteten die Arbeitsämter den Arbeitsmarkt im Jahr 2000 in einer Größenordnung von rund 900 000 Stellensuchenden - etwa zu gleichen Teilen in den alten und neuen Ländern. Gegenüber 1999 waren das bundesweit rund 50 000 weniger.

Stille Reserve und demografischer Faktor: Insgesamt ist das Angebot an Arbeitskräften in Deutschland weiter gestiegen. Zwar schieden nach wie vor mehr ältere Menschen aus dem Erwerbsleben aus, als jüngere nachrückten; diese demografische Komponente sei aber "durch eine verstärkte Erwerbsneigung überkompensiert" worden. Das Erwerbspersonenpotenzial habe sich im Jahresschnitt um rund 150 000 auf 44,41 Millionen erhöht. Grund sei "großenteils" ein stärkeres Interesse an geringfügiger Beschäftigung bei Hausfrauen, Rentnern, Schülern und Studenten. Da diese Gruppen in der Regel nicht arbeitslos gemeldet seien, bewirke das erhöhte Arbeitsangebot "also nicht größere Arbeitslosigkeit".

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