Arbeitsmigration : Andere Länder, andere Probleme?

Das Zuwanderungsgesetz von 2005 soll Bürger mit ausländischer Herkunft besser in die Gesellschaft integrieren. Doch Theorie und Praxis klaffen auseinander: Zugewanderte sind im Schnitt häufiger arbeitslos und nehmen kaum am öffentlichen Leben teil. Wie andere Länder mit Migration umgehen, zeigt ein Blick über die Grenzen:

Frankreich

Als „Gesindel“ bezeichnete vor fünf Jahren der damalige französische Innenminister Nicolas Sarkozy Jugendliche aus Einwandererfamilien. Inzwischen hat Sarkozy als Staatspräsident das Ministerium für Einwanderung, Integration und nationale Identität eingerichtet. Denn in Frankreich kämpfen Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund und Ausländer gegen Vorurteile und Diskriminierung – vor allem bei der Jobsuche. Daher führte die Regierung ein anonymes Bewerbungsverfahren ein. Mit dem neuen Einwanderungsgesetz von 2006 sind Zuwanderer vertraglich zu zivilgesellschaftlichen Schulungen und Sprachkursen verpflichtet, um sich besser integrieren zu können.

Vereinigte Arabische Emirate

Ohne Migration gäbe es in Dubai keinen Burdsch Chalifa. Gebaut haben ihn vor allem Arbeitsmigranten. Sie stellen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) 80 Prozent der Bevölkerung. Zwei Drittel haben keine Arbeitsgenehmigung, werden aber geduldet. Bis 2009 galt: Wer 30 Tage ohne Arbeit ist, muss das Land verlassen. Das hat die Regierung abgeschafft und stellt fleißig Visa aus. Zudem stärkt sie die Rechte der Gastarbeiter. Wenn die Arbeitgeber keine Löhne zahlen, werden sie bestraft. Inzwischen gibt es bei der Polizei von Dubai auch eine Stelle zur Überwachung
von Menschenhandel.

Australien

Ähnlich wie die VAE wirbt Australien um Arbeiter aus dem Ausland. Anders als die VAE zielt der Staat allerdings auf qualifizierte Arbeiter ab. Daher führte das Land ein Punktesystem ein. Es bewertet Alter, Sprachkenntnisse, Ausbildung und Berufserfahrung. Die gesteuerte Migration soll Bevölkerung und Wirtschaft ankurbeln. Australien bemühte sich daher, Arbeitsmigranten dauerhaft im Land zu halten. Seit den 90ern geht der Trend jedoch zur Saisonarbeit. Mittlerweile gibt es mehr befristete Einwanderer als dauerhafte. sew

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