Arcandor : Beschäftigte gegen KaDeWe-Verkauf

Arcandor-Konkurrent Metro hat angeblich Interesse an den Karstadt-Warenhäusern. Doch die Beschäftigten wollen eine Verkauf verhindern. Der Tourismus- und Warenhauskonzern kann beim angekündigten Sanierungsplan nicht mit Zustimmung der Arbeitnehmer rechnen.

Maren Peters
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29.07.2009 08:29Es ist die unbestrittene Attraktion am Wittenbergplatz: Das Kaufhaus des Westens, kurz KaDeWe. -

Berlin „Der geplante Verkauf der Premium-Häuser KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger ist nicht nachvollziehbar und sogar schädlich“, schreiben die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Gesamtbetriebsräte der von der Sanierung betroffenen Handelstöchter Karstadt und Quelle in einer gemeinsamen Erklärung vom Dienstag. Wenn jetzt mehrere tausend Beschäftigte nicht mehr zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören sollten, widerspreche das „dem Inhalt und Geist des Sanierungstarifvertrages“, heißt es dort weiter.

In diesem Vertrag hatten die Beschäftigten des kriselnden Unternehmens vor einem halben Jahr zugesichert, in den kommenden drei Jahren auf insgesamt 350 Millionen Euro zu verzichten. Im Gegenzug hatte der Konzern eine weitgehende Standort- und Beschäftigungsgarantie zugesichert.


Der neue Arcandor-Chef, Karl-Gerhard Eick, will den früheren Karstadt-Quelle- Konzern, zu dem auch der Tourismusanbieter Thomas Cook gehört, mit einer radikalen Schrumpfkur retten. Zum Verkauf stehen neben den drei Luxus-Warenhäusern in Berlin, Hamburg und München auch acht Karstadt-Häuser, 1500 Quelle-Shops sowie 115 Technikcenter des Versandhauses. Von den geplanten Umstrukturierungen sind rund 12 500 der 86 000 Konzernmitarbeiter betroffen. Um Arcandor zu retten, sind offenbar auch Staatshilfen im Gespräch.

Unterdessen wird spekuliert, dass sogar die gesamten Karstadt-Warenhäuser zur Disposition stehen könnten. Angeblich hat Deutschlands größter Handelskonzern Metro, zu dem auch die Kaufhof-Warenhäuser gehören, generelles Interesse an einer Übernahme angemeldet, berichtet die „Bild“-Zeitung. Bedingung sei allerdings, dass die Luxus-Kaufhäuser nicht getrennt abgegeben würden. Metro wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Karstadt-Kauf wäre auch für die Metro ein Strategiewechsel, denn eigentlich wollte sich der Handelskonzern von Kaufhof trennen. Die Pläne waren zuletzt aber aufgeschoben worden, weil Metro die Tochter nicht mitten in der Konjunkturkrise „unter Wert“ abgeben wollte. Karstadt und Kaufhof sind die letzten verbliebenen großen Warenhausketten in Deutschland. Andere, wie Hertie oder Woolworth, sind insolvent.  

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