Wirtschaft : Arcelor geht zu Mittal

Aktionäre lehnen russisches Angebot ab

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Luxemburg/Berlin - Die Aktionäre des luxemburgischen Stahlkonzerns Arcelor haben am Freitag wie erwartet den Weg für eine Fusion mit dem Branchenprimus Mittal Steel frei gemacht. Sie erteilten einem Zusammenschluss mit dem russischen Stahlkocher Severstal eine Absage.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Luxemburg stimmten 57,94 Prozent des Kapitals gegen einen Zusammenschluss mit dem Unternehmen des russischen Milliardärs Alexej Mordaschow. Mit dem negativen Votum wird der Ende Mai geschlossene Vertrag mit Severstal rückgängig gemacht. Das ist Voraussetzung für das Zusammengehen mit Mittal. Insgesamt waren 60,43 Prozent des Arcelor-Kapitals anwesend.

Arcelor-Verwaltungsratspräsident Joseph Kinsch sagte, die ursprünglich angestrebte Fusion mit Severstal sei kein „Köder“ in der Übernahmeschlacht mit Mittal Steel gewesen. Severstal sei Ende Mai das „beste Projekt, das uns vorlag“ gewesen. Das später verbesserte Angebot des indischen Stahlmilliardärs Lakshmi Mittal sei dem von Severstal dann aber überlegen gewesen.

Arcelor rechne sich bei einem Zusammenschluss mit Mittal Synergien in Höhe von 1,3 Milliarden Euro im Jahr aus. Dies sei doppelt so viel wie bei einer Fusion mit Severstal. Zu dem neuen Stahlriesen „Arcelor Mittal“ sagte Kinsch: „Er verbindet zwei Aktivitäten, die starke Leidenschaft für Stahl und die Vision auf eine erforderliche Konsolidierung in der Stahlindustrie.“ Mittal, der größte Stahlkonzern der Welt, hatte sein Angebot Ende vergangener Woche auf mehr als 25 Milliarden Euro aufgestockt und den Industrieplan von Arcelor akzeptiert.

Das Mittal-Angebot an die Arcelor-Aktionäre soll nach Angaben von Kinsch nun bis zum 12. Juli laufen und damit eine Woche länger als zunächst geplant. Der mit einem Anteil von 7,8 Prozent größte Arcelor-Anteilseigner ist Carlo-Tassara International. Das Großherzogtum Luxemburg ist ebenfalls beteiligt. Eine Sprecherin von Mittal äußerte sich „hoch erfreut“ über das Ergebnis. Dies sei ein Meilenstein auf dem Weg zum Zusammenschluss. Arcelor muss 140 Millionen Euro Strafe an Severstal wegen Vertragsbruch zahlen.dpa/Tsp

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