Wirtschaft : Arcor: DSL wird nicht mehr billiger

Corinna Visser

Berlin – Der Chef von Deutschlands zweitgrößter Telefongesellschaft erwartet keine deutlichen Preissenkungen bei den schnellen DSL-Internetanschlüssen mehr. „In Zukunft wird es mehr Bandbreite, also mehr Leistung für das gleiche Geld geben“, sagte Arcor-Chef Harald Stöber im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Arcor hat zuletzt zum 1. November neue Tarife eingeführt. Ein Paket aus ISDN- und DSL-Anschluss kostet ab 29,95 Euro im Monat. „Der neue Tarif läuft besser als erwartet“, sagte Stöber, ohne Zahlen zu nennen. Auch das Angebot für Vieltelefonierer, bei dem man gegen einen Aufpreis von 19,95 Euro innerhalb Deutschlands unbegrenzt telefonieren kann, „läuft von allein, ohne dass wir es extra bewerben“, sagte Stöber.

Auf dem wachstumsstarken Markt für schnelle Internetanschlüsse tobt derzeit ein harter Preiskampf. Marktführer mit immer noch großem Abstand ist die Telekom-Tochter T-Online (2,91 Millionen DSL-Kunden). Arcor hatte Ende September 223000 DSL-Kunden mit Anschluss an die eigene Infrastruktur, das sind 101 Prozent mehr als vor einem Jahr. Breitband sorge für einen Boom im Festnetz, sagte Stöber. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (das am 31. März 2005 endet), steigerte Arcor seinen Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 14 Prozent auf 744 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 356 Prozent auf 102 Millionen Euro. Unter dem Strich werde Arcor wegen der hohen Investitionen über das Jahr 2005 hinaus noch rote Zahlen schreiben, sagte Stöber.

Um die intensivere Nutzung von DSL voranzutreiben, testet Arcor derzeit eine Zusatzbox für den Fernseher. Der Kunde kann dann bei Arcor Videofilme aus dem Netz herunterladen und über eine lokale Funkverbindung auf seinem Fernseher abspielen. „Das wird sicher ein Thema auf der kommenden Cebit sein“, sagte Stöber. Die Computermesse Cebit findet Anfang März in Hannover statt. Bei Arcor würden heute bereits rund 7000 Filme pro Monat heruntergeladen.

Akquisitionen plane Arcor derzeit nicht, sagte Stöber. Arcor werde aus eigener Kraft wachsen. Im vergangenen Jahr investierte Arcor 121 Millionen Euro, im laufenden Geschäftsjahr soll etwas mehr investiert werden – vor allem in die Erweiterung von Kapazitäten.

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