Wirtschaft : Argentinien: Die Finanzkrise spitzt sich weiter zu

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Die Finanzkrise in Argentinien hat sich weiter zugespitzt. Jetzt mußte das Land, das seit Ende 1998 an einer ununterbrochenen Wirtschaftskrise leidet, die geplante Auktion von Staatsschulden absagen. Wirtschaftsminister Domingo Cavallo verschob die für Dienstag angekündigte Ausgabe neuer Schatzbriefe wegen der hohen Zinsen auf Mai. Die Regierung in Bueons Aires muss für Kredite inzwischen 13 Prozentpunkte mehr Zinsen zahlen als die USA. Argentinische Staatsanleihen verloren wegen der befürchteten Zahlungsunfähigkeit des Landes weiter an Wert. Der Kurs des meistgehandelten Bonds sank vorübergehend auf den tiefsten Stand seit September 1998, als die Zahlungsunfähigkeit Rußlands die internationalen Rentenmärkte erschütterte. Der Aktienindex Merval, der bereits Ende vergangener Woche um mehr als zehn Prozent abgestürzt war, brach zu Wochenbeginn weiter ein. Zur Nervosität hatte auch der frühere Präsident Carlos Menem beigetragen. Er hatte angesichts der geplanten Anlehnung des Peso an den Euro zur Flucht in den Dollar aufgerufen. Bislang ist der Peso allein an den Greenback gekoppelt. "Der Peso ist an den Devisenmärkten extrem unter Druck gekommen", sagen Händler.

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