Wirtschaft : Asienkrise dämpft Tourismusbranche

Internationale Tourismus-Börse in Berlin öffnet ihre Tore am 7.März BERLIN (gws).Das Wachstum der globalen Tourismus-Wirtschaft hält an, doch der Schwung der Branche ist zumindest in einigen Regionen dahin.Zwar wurden weltweit im vergangenen Jahr von der World Tourism Organization (WTO) 617 Millionen touristische Ankünfte registriert und die Einnahmen stiegen auf 448 Mrd.US-Dollar.Doch wenn sich vom 7.bis 8.März weit mehr als 7000 Aussteller aus 188 Ländern und Gebieten auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin treffen, werden auch Probleme auf der Tagesordnung stehen, die auf die Wachstumsbranche Nummer eins im vergangenen Jahr erhebliche Bremswirkung ausgeübt haben.Vor allem in Asien haben die Finanzkrise und ihre Folgen dem Tourismus einen "unerwarteten Schlag" versetzt, analysierte Manfred Busche, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Messe Berlin GmbH, am Montag auf der ITB-Pressekonferenz im Internationalen Congress Centrum.Hatte der Tourismus in Ostasien und im pazifischen Raum im vergangenen Jahrzehnt stets um zehn Prozent zugenommen, verlangsamte sich der Anstieg 1997 auf ein Prozent bei Ankünften und Einnahmen (82 Mrd.Dollar).Trotzdem oder gerade deshalb spielen die Länder des asiatisch/pazifischen Raums auf der ITB Berlin weiter eine bedeutende Rolle, was durch die Anwesenheit der obersten Tourismusmanager aller wichtigen Urlaubsdestinationen der Region unterstrichen wird.Für die Berliner Messegesellschaft hat Asien einen besonderen Stellenwert.Da der asiatische Raum ein wichtiger Zukunftsmarkt für die Branche sei, so Geschäftsführer Manfred Busche, werde die Messe Berlin gemeinsam mit Miller Freeman Asia - der führende Messeveranstalter in Asien und Verleger maßgeblicher Tourismus-Publikationen in dieser Region - eine neue touristische Veranstaltung in Hongkong organisieren.Die Veranstaltung findet unter dem Namen ITA (International Tourism Asia) erstmals vom 1.bis 3.September 1999 statt.Die Reiselust der Deutschen ist nicht mehr ungebrochen.Zwar erfreuen sich die Pauschalreiseveranstalter weiter erheblicher Zuwachsraten - Frühbucherrabatte sowie günstige Paketpreise machen in diesem Jahr jede zweite Urlaubsreise zur Veranstalterreise -, doch insgesamt überlegen sich die Bundesbürger, ob und vor allem wie lange sie in diesem Jahr in Urlaub fahren.Als gute Nachricht für die Verbraucher sagte der Präsident des Deutschen Reisebüro Verbands, Gerd Hesselmann, voraus, daß die meisten Veranstalter die bevorstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht an den Kunden weitergeben werden.An den Veranstalterprogrammen haben Flugreisen einen Anteil von 55 Prozent und tragen mit sieben Prozent Umsatzwachstum in diesem Jahr auch erheblich zum Ergebnis bei.Tourismus nach oder in Deutschland ist hingegen weiter ein schwieriges Geschäft.Konnten Hotels und Pensionen in den klassischen Ferienregionen gerade noch das Absacken in die roten Zahlen vermeiden, hat doch vor allem der Bonner Sparkurs dem deutschen Gastgewerbe gehörig die Bilanz verdorben.Vor allem Regionen wie Hessen, mit zahlreichen Kurorten und entsprechend vielen Betten in Sanatorien und Kliniken, zählten bis zu 30 Prozent weniger Gäste.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben