Attacke von Brüssel : Wie die Terror-Angst die Märkte beherrscht

Schwarzer Dienstag für die Wirtschaft: Nach den Anschlägen von Brüssel stürzen in ganz Europa die Aktienkurse ab. Deutschlands größte Airline Lufthansa streicht derweil zahlreiche Flüge.

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Ein Polizist patrouilliert in der belgischen Hauptstadt.
Ein Polizist patrouilliert in der belgischen Hauptstadt.Foto: dpa

Nach Explosionen in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens und in einer Brüsseler Metro-Station haben Anleger bei europäischen Luftfahrt- und Touristikwerten auf den Verkaufsknopf gedrückt. Die Aktien von Easyjet, Air France-KLM, Ryanair und der British Airways-Mutter IAG fielen am Dienstag in der Spitze zwischen 5,7 und vier Prozent. Im Dax bildeten die Aktien der Lufthansa mit einem Abschlag von bis zu vier Prozent das Schlusslicht. Die Lufthansa zieht Konsequenzen: Wie ein Sprecher der größten deutschen Airline dem Tagesspiegel mitteilte, wurden sämtliche Flüge von und nach Brüssel am Dienstag gestrichen. Flüge, die sich am Vormittag auf dem Weg in die belgische Hauptstadt befanden, wurden zu anderen Zielen umgeleitet, so der Sprecher weiter. Für Fluggäste und Angehörige wurde am Flughafen in Brüssel eine zentrale Notrufnummer für weitere Informationen eingerichtet: 0032/27537300.

Die Titel der Hotelbetreiber Accor und InterContinental Hotels verbilligten sich um 5,2 und drei Prozent. Bei zwei Explosionen in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens sind am Dienstag nach Berichten belgischer Medien mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Der Flugverkehr wurde eingestellt, das Flughafengebäude evakuiert.

Flucht in sichere Währungen

Devisenanleger wurden Börsianern zufolge nach den Anschlägen in "sichere Häfen" wie Schweizer Franken oder japanischer Yen getrieben. Der Euro fiel daraufhin auf bis zu 1,0879 Franken von zuvor 1,0903 Franken. Zur japanischen Valuta verbilligte er sich binnen Minuten um rund einen auf 124,64 Yen. Gleichzeitig verlor die europäische Gemeinschaftswährung etwa einen halben US-Cent auf 1,1189 Dollar.

Bereits seit längerer Zeit bekommt Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook die Folgen der Terroranschläge etwa in der Türkei zu spüren. Ein Teil der Kunden verschiebe die Entscheidung über den Sommerurlaub wegen politischer Unsicherheiten in einigen Ländern, teilte das Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und dem Türkei-Spezialisten Öger Tours am Dienstag in London mit.

Laut Vorstandschef Peter Fankhauser gibt es daher starke Buchungszuwächse für Spanien und seine Inseln sowie Fernziele wie die USA und Kuba. Insgesamt lägen die Sommerbuchungen bislang aber um fünf Prozent niedriger als vor einem Jahr. Der Thomas-Cook-Aktienkurs gab zum Handelsauftakt um 5 Prozent nach. (dpa/rtr)

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