Wirtschaft : Auch Dresdner Bank kürzt die Dividende

Der Gewinn der Dresdner Bank AG ist im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen: Das Geldinstitut wird nach eigenen Angaben "vor dem Hintergrund der Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten" nur noch ein Ergebnis nach Steuern von 186 Millionen Euro ausweisen, teilte das Institut am Mittwoch in Frankfurt (Main) mit. Im Vorjahr hatte die Bank noch einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Vorstand beabsichtige, dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von 0,70 Euro pro Aktie vorzuschlagen, hieß es im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung weiter. Dies entspreche im Vergleich zum Vorjahr einer Reduzierung um rund 25 Prozent. Besondere Aufwendungen für das seit zwei Jahren laufende Restrukturierungsprogramm und die Integration in den Allianz-Konzern belasteten die Dresdner Bank mit 620 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch gut eine Milliarde Euro gewesen. Aber auch ohne Berücksichtigung dieser Sondereffekte brach der Gewinn von 2,64 Milliarden auf 773 Millionen Euro ein.

Die operativen Erträge, also die Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss und Handelsergebnis sind im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gesunken. Besonders stark fiel der Einbruch beim Provisionsüberschuss mit minus zehn Prozent auf 3,8 Milliarden Euro aus. Beim Handelsergebnis verzeichnete die Dresdner Bank hingegen ein Plus von fast 15 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro und auch der Zinsüberschuss konnte um 1,2 Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Verwaltungsaufwand nahm gegenüber dem Vorjahr - bereinigt um Sondereffekte - um fünf Prozent zu.

Die Risikovorsorge sei auf insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro angehoben worden. Besonders das vor allem Mitte der 90-er Jahre aufgebaute Kredit-Engagement bei mittelgroßen Unternehmen in den USA wirkte sich hier aus. Dieses Engagement sei allein im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent reduziert worden. Verglichen mit einer durchschnittlichen Kostensteigerungsrate von 15 Prozent jährlich in den vergangenen fünf Jahren zeige sich aber, "dass die im Mai 2000 eingeleiteten und in 2001 nochmals verstärkten Kostensenkungsmaßnahmen zu greifen beginnen, und damit die Trendwende eingeleitet ist", so die Dresdner Bank. Im Zusammenhang mit dem Programm, das insgesamt einen Abbau von 7800 Stellen vorsieht, seien bis Ende 2001 rund 4000 Stellen abgebaut worden. Die Zahl der inländischen Geschäftsstellen wurde 2001 um 183 auf 803 reduziert.

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