Wirtschaft : Auf die Plätze

Speed-Datings mit potenziellen Arbeitgebern sind eine echte Herausforderung. Bewerber müssen schnell auf den Punkt kommen – und dabei auch noch einen guten Eindruck machen

Kristin Kruthaup
Blickkontakt.
Blickkontakt.Foto: dpa

Beim Job-Speed-Dating bleiben Bewerbern nur wenige Minuten Zeit, um ihr Gegenüber zu überzeugen. „Der erste Eindruck bleibt“, sagt die Karriereberaterin Carolin Lüdemann aus Stuttgart. Bewerber sollten daher auf ihre Kleidung achten. Sie sollten von Anfang an Blickkontakt mit dem Interviewer halten und selbstsicher auftreten.

Und vielleicht am Wichtigsten: Sie sollten im Gespräch auf keinen Fall zu passiv sein. „Das Gespräch ist im besten Fall wie Judo. Bewerber sollten versuchen, den Arbeitgeber auszuhebeln. Sie müssen versuchen, das Gespräch zu lenken und die Inhalte zu platzieren, von denen sie wollen, dass der Arbeitgeber sie weiß.“

Was es im Partnerschaftsbereich schon seit Jahren gibt, wird nun auch im Beruf immer öfter von Arbeitgebern angeboten: Speed-Datings. In wenigen Minuten klären Arbeitgeber und Bewerber, ob die Chemie stimmt. Nicht nur die Bundesagentur für Arbeit ist ein großer Fan der Jobbörse im Schnellformat. Auch immer mehr Universitäten organisieren Speed-Datings.

„Bewerber sollten das Job-Speed-Dating absolut ernst nehmen“, sagt die Bewerbungsexpertin Sabine Neumaier aus Berlin. „Das ist ein sehr anstrengendes Verkaufen.“ Das fange damit an, dass Bewerber sich genauso zurechtmachen, wie für ein traditionelles Bewerbungsgespräch. „Ich würde auf jeden Fall in einem Hosenanzug oder einem Kostüm kommen. Man sollte das nicht zu locker nehmen“, warnt die Bewerbungsexpertin.

Während des Bewerbungsgesprächs in Kurzform sollten die Teilnehmer auf ihre Körpersprache achten. „Frauen machen sich schnell zu schmal. Männer machen sich zu breit“, erklärt die Karriereberaterin Lüdemann. „Frauen können beim Speed-Dating die Beine ruhig übereinanderschlagen. Dann sollten sie jedoch darauf achten, dass die Ellbogen auf den Armlehnen liegen.“ Männer könnten mit den Armen ruhig ebenfalls viel Platz einnehmen. Dann sollten sie jedoch nicht auch noch ihre Beine weit auseinander stellen. Das könne sehr schnell überheblich wirken.

Bewerber sollten außerdem Blickkontakt halten. Und zwar von Anfang an. Das Wichtigste sei jedoch, alles zu platzieren, was der Arbeitgeber idealerweise wissen soll. „Auf jeden Fall sollte man sich vorbereiten, um seine Vorteile kurz und bündig auf den Punkt bringen zu können“, sagt Neumaier. Auch sollte der Bewerber sich über die vertretenen Unternehmen im Internet informieren.

„Das wird von 0 auf 100 gehen“, erklärt die Stuttgarter Karriereexpertin Lüdemann. Für ein langes Drumherum ist beim Speed-Dating keine Zeit. „Bewerber müssen auf den Punkt bringen, für was sie stehen und was sie können“, sagt Lüdemann. Wenn das passgenau sei, dann können sie schnell die Einladung zu einem längeren Bewerbungsgespräch bekommen. dpa

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