Auf Teslas Spuren : Borgward findet Standort in Bremen

Die deutsche Traditionsmarke Borgward hat einen Produktionsstandort in Bremen gefunden. Die Firma befindet sich in chinesischem Besitz.

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Legendäres Modell. Borgward Isabella. Foto: dpa
Legendäres Modell. Borgward Isabella.Foto: dpa

Für sein geplantes Comeback in Deutschland hat der wiederbelebte Autohersteller Borgward jetzt endgültig einen Standort gefunden: Das Unternehmen, das dem chinesischen Fahrzeugbauer Foton gehört, lässt sein deutsches Werk ab 2018 im Bremer Güterverkehrszentrum errichten. Ab 2019 sollen dort bis zu 50000 Elektroautos pro Jahr produziert werden, teilten der Bremer Senat und das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Marke Borgward kehrt damit in die Stadt zurück, in der sie vor fast hundert Jahren vom Maschinenbauingenieur Carl F. W. Borgward gegründet wurde. Der Hauptsitz der 2015 neugegründeten Borgward-Gruppe soll allerdings in Stuttgart bleiben, wie Firmensprecher Marco Dalan auf Nachfrage sagte.

Bereits vor einem halben Jahr hatte die neue Firma die „Rückkehr der Legende“ angekündigt, aber noch offen gelassen, ob die Fabrik in Bremen oder Bremerhaven entstehen soll. Die Suche nach einem geeigneten 140.000-Quadratmeter- Grundstück gestaltete sich offenbar schwieriger als erwartet, so dass der Betrieb erst 2019 statt 2018 starten kann.

Das bereits für den chinesischen Markt produzierende Borgward-Werk in Miyun bei Peking soll zunächst Fahrzeuggerüste nach Bremen liefern, wo sie mit europäischen Komponenten zusammengebaut werden. „Je nach Bedarf und Nachfrage“ denkt das Unternehmen auch an eine spätere Vollproduktion an der Weser. Geplant sind zunächst rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge sowie Plug-In-Modelle, also Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor.

Die Batterien sollen von LG zugeliefert werden, der Elektromotor von Bosch, bestätigte Firmensprecher Dalan. Weitere Zulieferer seien unter anderem BorgWarner, Continental, Kuka, Schäffler/SKF und Webasto. „Unsere Fertigung in Bremen wird das weltweite Kompetenzzentrum für Elektromobilität“, sagte Vorstandschef Ulrich Walker. Die E-Fahrzeuge aus Bremen seien für Europa und weitere Märkte geplant. Laut Sprecher Dalan beginnt die Produktion voraussichtlich mit 10000 Autos pro Jahr; die Kapazität liege aber bei bis zu 50.000.

Der Preis wird nicht genannt

Der ursprüngliche Borgward-Konzern hatte 1961 als damals viertgrößter deutscher Autohersteller Konkurs angemeldet. Fast 20.000 Beschäftigte verloren ihre Arbeit. Zwei Jahre später starb der 1890 geborene Firmengründer mit 72 Jahren. Er galt als genialer Erfinder und Tüftler, war aber auch Rüstungsfabrikant in der Nazizeit. Etliche Borgward-Clubs in aller Welt pflegen noch heute das Andenken an den Unternehmenspatriarchen und die legendäre Automarke.

Die neuen Modelle haben allerdings keine Ähnlichkeit mehr mit den alten. Sie verwenden lediglich das rautenförmige Markenzeichen in einer leicht überarbeiteten Version. Für den Neuauftritt der berühmten Marke engagierten sich jahrelang der Gründer-Enkel Christian Borgward und der Autoindustrie-Manager Karlheinz Knöss. Christian Borgward leitet heute den Aufsichtsrat des neuen Unternehmens.

Mit dem jetzt vereinbarten Kauf des städtischen Geländes zu einem nicht genannten Preis „gehen wir konsequent den nächsten Schritt in unserer globalen Wachstumsstrategie“, sagte Borgward-Vorstand Walker.

Zur künftigen Fabrik gehören auch eine Teststrecke, ein Auslieferungszentrum und ein Marken-Studio, in dem sich das Unternehmen laut Sprecher Dalan mit seinen Produkten, seiner Geschichte und seinen Zukunftsplänen präsentieren will. Für die Gebäude wurde bereits ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Firmenchef Walker: „Wir wollen auch architektonisch ein Signal setzen.“

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