Wirtschaft : Aufsichtsrat verschiebt Entscheidung - Verkaufsbeginn bleibt unklar

Die Entscheidung des europäischen Airbus-Konsortiums über den offiziellen Verkaufsstart des weltgrößten Flugzeugs A3XX ist vertagt worden. Die für den 26. Mai anberaumte Aufsichtsratssitzung wurde auf einen unbestimmten Termin verschoben, sagte ein Airbus-Sprecher am Freitag. Er bestätigte damit Informationen der "Financial Times Deutschland". Zu Gerüchten, wonach diese Sitzung während der im Juni anstehenden Internationalen Luftfahrt-Ausstellung (ILA) in Berlin stattfinden soll, wollte der Sprecher keine Stellung beziehen.

Grund für die Verschiebung ist nach Angaben von Airbus, dass noch nicht alle wirtschaftlichen Risiken eines baldigen Baubeginns geklärt seien. Damit bleibt auch die Frage offen, an welchem Standort das Großflugzeug gebaut werden soll. In Frage kommen dabei die Airbus-Produktionsorte Hamburg und Toulouse. Bei der Sitzung am kommenden Freitag sollte jedoch nicht über den Standort oder den Baubeginn des Zwölf-Milliarden-Dollar-Projekts entschieden werden, sondern lediglich über den Beginn der kommerziellen Vermarktung. Der Airbus-Sprecher sagte, dass die Signale auf dem Markt positiv seien, nachdem mehrere Airlines ihr Interesse an dem Großraumflugzeug bekundet hätten.

Der Chef des Airbus-Konkurrenten Boeing, Phil Condit, riet unterdessen einigen Fluggesellschaften in einem persönlichen Schreiben, die vom amerikanischen Flugzeugbauer geplanten größeren 747-Jumbo-Versionen zu bestellen. Das persönliche Schreiben Condits war an die Konzernchefs von mindestens sechs Airlines verschickt worden, die als Käufer des geplanten Airbus A3XX in Frage kommen. Dies berichtet das "Wall Street Journal" am Freitag. Zu den Adressaten zählten unter anderen die Singapore Airlines, Cathay Pacific Airways, Lufthansa, British Airways, Air France und Cargolux International Airlines (Luxemburg).

Die größere 747 wird laut Condit "bessere Wirtschaftlichkeit als jedes Flugzeug bieten, das von unserem Konkurrenten angeboten wird". Boeing will die größeren 747-Versionen als Antwort auf die Airbus-Herausforderung im Jumbo-Sektor entwickeln.

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