Wirtschaft : Aus den beiden Energiekonzernen soll im Juni E.ON werden - Wobei die Unternehmen mit Auflagen rechnen

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Veba legt 1999 ein Rekordergebnis vor, ihren Aktionären wird Dividende von 1,25 Euro ausgezahltews/jsn

Die Energiekonzerne Veba aus Düsseldorf und Viag mit Sitz in München wollen Anfang Juni zu einem gemeinsamen Konzern mit dem Namen E.ON AG fusionieren. Bei der letzten Bilanzvorlage der Veba gab der Vorstand bekannt, dass er davon ausgehe, im Jahr 2000 das Rekordergebnis des Vorjahres noch einmal verdoppeln zu können. Veba und Viag rechnen damit, dass ihnen die EU-Wettbewerbsbehörde den Ausstieg aus der ostdeutschen Veag vorschreiben werden.

Veba und Viag wollen noch im Sommer die Fusion endgültig vollziehen. Am 8. Juni soll die Fusion der Veba AG, Düsseldorf, und Viag AG, München, in das Handelsregister als E.ON AG eingetragen werden. Der Vorstandsvorsitzende der Veba, Ulrich Hartmann, erwartet für den 7. Juni die positive Entscheidung der Brüsseler Wettbewerbsbehörde "mit ein paar schmerzhaften Auflagen".

Vorher aber wird es "noch eine Art negativer Publizität" geben. In Brüssel steht Anfang Mai ein Hearing auf dem Programm, in dem Wettbewerber aus dem In- und Ausland ihre Bedenken gegen diesen Zusammenschluss vortragen können. Hartmann geht davon aus, dass die Anteile an den Energieversorgern VEW, HEW, Bewag und Veag abgegeben werden müssen, weil die Brüsseler Behörden Wettbewerbsbedenken hätten. Das wird auch die Fusion der RWE AG, Essen, und der VEW AG, Dortmund, gleichermaßen treffen. Diese Fusion zu prüfen liegt jedoch im Verantwortungsbereich des Bundeskartellamtes in Bonn. Die Behörden haben angedeutet, dass sie ihre Entscheidungen möglichst zeitlich parallel fällen.

Die Verschmelzung der Viag auf die Veba ist aber erst der Anfang für Hartmann: "Wir werden auf dem Weg, eine führende Rolle in Europa zu spielen, über Akquisitionen und Kooperationen, insbesondere in europäischen Nachbarländern wachsen". Ziel ist die Verdoppelung des Umsatzes in fünf Jahren mit den Schwerpunkten Strom, Gas und Wasser. Zu Gerüchten einer Fusion mit der französischen Suez Lyonaisse des Eaux sagt der Veba-Chef: "Wir kommentieren in Zukunft keine Spekulationen mehr und nehmen auch keine Stellung dazu." Auf dem liberalisierten europäischen Versorgungsmärkten werde die neue E.ON aber für "frischen Wind" sorgen. Hans-Dieter Harig, Chef der E.ON Energie ergänzte: "Es wird nach der Fusion einen forschen Sturm geben". Zur Fusion legte die Veba auf der letzten Bilanzpressekonferenz ein Rekordergebnis von 2,3 Milliarden Euro vor. Im Strombereich ging das Betriebsergebnis um 19,7 Prozent zurück. Für das laufende Jahr sieht Hartmann zwar keine Wende im Stromgeschäft, weil sich die Marktbedingungen im Vergleich zu 1999 kaum verändert hätten. Dennoch erwartet er für den neuen Konzern E.ON AG weiteres Wachstum bei Umsatz (1999: 52,9 Milliarden Euro). Ihren Aktionären zahlt die Veba mit 1,25 Euro die höchste Dividende in der Unternehmensgeschichte.

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