Aus der Politik in die Wirtschaft : Koch wird Vorstandschef von Bilfinger Berger

Ende August trat er als Ministerpräsident zurück, jetzt übernimmt der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch einen Job als Vorstandschef beim Baukonzern Bilfinger Berger.

Roland Koch
Roland KochFoto: dpa

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) übernimmt einen Topjob in der Wirtschaft: Koch wird Vorstandschef des Baukonzerns Bilfinger Berger, wie der Aufsichtsrat des Unternehmens am Freitag einstimmig auf einer Sitzung in Mannheim entschied. Der CDU-Politiker zeigte sich erfreut über die Berufung und wies Kritik an seinem raschen Wechsel in die Wirtschaft zurück.

Koch war erst Ende August als Ministerpräsident zurückgetreten, nachdem er im Mai seinen Rückzug von allen politischen Ämtern angekündigt hatte. Er zeigte sich in einer Telefonkonferenz überzeugt, den Wechsel „sehr gut verantworten“ zu können. In Deutschland gebe es eine bedauernswert geringe Tendenz, zwischen Politik und Wirtschaft zu wechseln. Darunter litten beide Seiten.

Er hob zudem hervor, vor Anfang September mit niemanden verhandelt zu haben und erst im März bei Bilfinger Berger zu beginnen. Koch soll dann zunächst dem Vorstand angehören und Anfang Juli schließlich den bisherigen Konzernchef Herbert Bodner ablösen.
Koch wird in seiner Position deutlich besser als in seinem bisherigen Amt als Ministerpräsident verdienen. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Bilfinger Berger, Bernhard Walter, wollte sich zu den Bezügen zwar nicht konkret äußern. Er verwies aber auf den Verdienst Bodners, der im Geschäftsbericht 2009 ausgewiesen ist. Der scheidende Vorstandschef bekam demnach knapp 1,5 Millionen Euro.

Die Gespräche zwischen Bilfinger Berger und dem Ex-Ministerpräsidenten wurden nach Angaben von Koch und Walter über einen „gemeinsamen Bekannten“ eingefädelt. Koch sagte zudem, er habe auch einige andere Angebote geprüft. Aufsichtsratschef Walter betonte, es habe weitere sehr gute Kandidaten gegeben. Doch Koch sei die „allerbeste Wahl“ gewesen. Die einstimmige Wahl im Aufsichtsrat bestätige dies. Der frühere Ministerpräsident sagte dazu, er sei „sehr dankbar“ für das einmütig ausgesprochene Vertrauen. Dies sei eine „ganz wichtige Voraussetzung“ für einen Neustart.

Der Aktienkurs von Bilfinger Berger gab am Freitag deutlich nach. Nach der Bekanntgabe der Personalentscheidung lag der Kurs im Vergleich zum Vortag teilweise fünf Prozent im Minus. (AFP)

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