Wirtschaft : Aus Preussag wird Tui

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Hannover (ek/HB). Die Aktionäre der Preussag AG haben am Mittwoch auf der Hauptversammlung die Umbenennung des Konzerns in Tui AG beschlossen. 99,9 Prozent stimmten für die nsänderung. Damit wird der Wandel des ehemaligen Stahl- und Montan-Konzerns zum weltgrößten Touristikdienstleister nun auch durch den Firmennamen sichtbar.

„In nur vier Jahren“, betonte Vorstandschef Michael Frenzel vor den Anteilseignern, „hat dieses Unternehmen mit seinen Mitarbeitern einen Wandel vollzogen, für den Volkswirtschaften Jahrzehnte brauchen: den Wandel vom industriellen zum tertiären Sektor.“ Die Ausrichtung auf das Tourismus-Geschäft soll weiter voran getrieben werden. So bestätigte Frenzel erwartungsgemäß Pläne, den hochprofitablen Energiebereich komplett zu verkaufen. Als potenzieller Interessent für die Erdöl- und Erdgasproduktion von Preussag meldete sich am Mittwoch die BASF-Tochter Wintershall.

Weiterhin kündigte Frenzel die vollständige Übernahme des französischen Reisedienstleisters Nouvelles Frontières an; seit 2000 hielt die Preussag 30,3 Prozent der Anteile. Einsteigen will die Tui AG auch ins Asiengeschäft: In China ist ein Joint Venture mit der staatlichen China Travel Service im Visier, bei dem der Konzern die Mehrheit anstrebt. In Russland sucht das Unternehmen Beteiligungen an Reisebüros und Veranstaltern zunächst im Großraum Moskau.

Die bekannten Überlegungen des Konzerns zum Einstieg ins Billigflug-Geschäft wollte Frenzel nicht weiter konkretisieren. Bei den Reisebuchungen werde die Tui konzernweit das Vorjahresziel nicht erreichen. Aktuell lägen die kumulierten Buchungen um 7,2 Prozent unter Vorjahr, im deutschen Markt fällt der Rückgang mit 12,4 Prozent weit höher aus. Frenzel hofft allerdings, den Sommer in Deutschland noch mit einem Minus von acht Prozent abschließen zu können. Die Gewinnprognosen für das laufende Jahr bekräftigte er trotz des schwächelnden Kerngeschäfts. Strukturelle Veränderungen im Konzern, die neben einmaligen Erträgen dauerhafte Entlastungen bei Finanzierungskosten bringen, würden die schwache operative Entwicklung „weitgehend ausgleichen“.

Einer Rettungsaktion für die angeschlagene Babcock-Borsig AG, an der Preussag noch 8,9 Prozent hält, will sich der Konzern nicht verschließen. Voraussetzung: „Es muss sichergestellt sein, dass Babcock in Zukunft eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung nehmen kann“, sagte Finanzvorstand Rainer Feuerhake.

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