Autobatterien : Bosch kooperiert mit Samsung

Die Robert Bosch GmbH geht ein Joint-Venture mit Samsung ein, um künftig Hochleistungsbatterien für Autos zu entwickeln. Die Lithium-Ionen-Batterien sollen in Zukunft in Fahrzeugen mit Hybridantrieb zum Einsatz kommen.

Alfons Frese

Berlin In die Entwicklung von leistungsstarken Akkus steigt nun auch der weltweit größte Autozulieferer ein. Die Robert Bosch GmbH teilte am Montag mit, zusammen mit dem südkoreanischen Konzern Samsung künftig Lithium-Ionen-Batterien für Autos zu entwickeln. Gemeinsam wollen die Konzerne bis 2010 knapp 400 Millionen Dollar in die Batterie der Zukunft investieren. Das Projekt ist für den Bochumer Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer ein Beleg für die „Revolution im Automobil“. Der Hybridantrieb, die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, werde in den kommenden 30 Jahren den Autobau bestimmen.

Tatsächlich intensivieren auch die Autohersteller ihr Engagement. Mercedes will im kommenden Jahr einen gemeinsam mit Continental entwickelten Mercedes S 400 Bluehybrid mit einer Lithium-Ionen-Batterie auf den Markt bringen. Und der VW-Konzern gab vor drei Wochen die Allianz mit dem japanischen Konzern Sanyo bekannt. „Die Elektrifizierung des Antriebs ist der richtige Weg, die Mobilität von morgen zu sichern“, sagt VW-Chef Martin Winterkorn. Allerdings bedürfe es dafür eines leistungsfähigen Speichers für die Energie.

Daran arbeitet künftig das Joint-Venture von Bosch und Samsung namens SB LiMotive Co. Ltd, an dem die Partner jeweils 50 Prozent halten. Der Sitz der Batteriefirma ist in Korea. Samsung gehört neben Sanyo, Panasonic, NEC und Johnson Controls (unter anderem Varta) zu den Pionieren der Lithium-Ionen- Technologie. Der Markt wächst dynamisch: Nach Angaben von Bosch wurden 2006 weltweit 2,4 Milliarden Zellen produziert, im laufenden Jahr sind es voraussichtlich 3,4 Milliarden und 2010 werden 4,1 Milliarden Zellen erwartet.

Die Lithium-Ionen-Batterien speichern viel elektrische Energie, etwas fünfmal mehr als herkömmliche Batterien. Deshalb sind diese Speicherzellen auch leichter und kleiner. Ferner lassen sie sich schnell be- und entladen. Das ist wichtig in der Autotechnik, wo die Batterien zügig leer gefahren und zum Beispiel mit Bremsenergie wieder aufgeladen werden – wie beim Hybrid. Bislang umfasst der Markt der Hybrid-Autos nur knapp 700 000 Fahrzeuge im Jahr, bis 2015 werden drei Millionen erwartet. Der Hybrid wird als erster Schritt gesehen zum Elektroantrieb ohne jede CO2-Emission. „In einigen Jahrzehnten fahren wir elektrisch“, heißt es bei Bosch, mit gut 46 Milliarden Umsatz der größte Hersteller von Autotechnik weltweit.

Japaner und Südkoreaner sind führend in der neuen Batterietechnologie. Unter der Regie des Bundesforschungsministeriums gibt es aber inzwischen eine „Innovationsallianz Lithium-Ionen-Batterie“, mit der die Deutschen Anschluss an die Asiaten finden wollen.

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