Autobauer : Toyota verunsichert die Börse

Der vorsichtige Ausblick wegen des schwachem US-Marktes und des starkem Yens besorgt die Aktionäre – trotz Quartalsrekord.

Frankfurt am Main - Der japanische Autobauer Toyota hat trotz eines Rekordquartals die Investoren nicht überzeugt. Dank eines robusten Auslandsgeschäfts steigerte Toyota in seinem bis Dezember laufenden dritten Quartal zwar erneut Ertrag und Umsatz. Doch die glänzenden Zahlen konnten nicht verdecken, dass die zunehmende Schwäche des US-Automarktes und ein steigender Yen-Kurs ihre Spuren hinterlassen.

Der Nettogewinn des Autobauers stieg im dritten Quartal nur noch um 7,5 Prozent auf 458,7 Milliarden Yen (etwa 2,9 Milliarden Euro) – das war der niedrigste Zuwachs seit Dezember 2006, wie Toyota mitteilte. Ein Unternehmenssprecher sagte, das Gewinnwachstum werde sich im laufenden vierten Quartal möglicherweise weiter verringern.

Als Gründe dafür nennt Toyota vor allem die zunehmende Abkühlung des US- Automarktes, auf dem Toyota inzwischen der zweitgrößte Anbieter ist, sowie den weiter gestiegenen Wechselkurs des Yen. In den vergangenen sechs Monaten hat der Yen gegenüber der US-Währung fast zehn Prozent an Wert gewonnen. Die Anleger reagierten verschnupft: Die Toyota-Aktie gab zeitweise um mehr als zwei Prozent nach.

Toyota hatte erst 2007 auf dem US- Markt den Autobauer Ford als Nummer zwei abgelöst. Für das laufende Jahr peilen die Japaner nach früheren Aussagen erneut ein Absatzwachstum von ein bis zwei Prozent an. Die Krisenzeichen auf dem US-Markt mehren sich indes. Die Immobilienkrise und eine wachsende Angst vor einer Rezession in den USA werden die Nachfrage nach Neuwagen dieses Jahr auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren schrumpfen lassen. Toyota habe zuletzt im Gleichschritt mit General Motors die Rabatte in den USA aggressiv um 31 Prozent angehoben, berichtet Auto-Analyst Christoph Breitsprecher vom Bankhaus Sal. Oppenheim in einer aktuellen Studie.

Dass mit GM und Toyota beide Marktführer in den USA ihre Anreize deutlich ausbauten, gilt Experten als klares Warnsignal für die Entwicklung der nächsten Monate auf dem weltgrößten Automarkt. Für Toyota haben die USA eine enorme Bedeutung. Analysten zufolge schöpft Toyota heute 35 Prozent des Umsatzes und 43 Prozent seines Betriebsgewinns in den USA. Für das bis 31. März laufende Gesamtjahr hielt der japanische Marktführer indes an seinen Erwartungen fest. Demnach dürfte die Gruppe, zu der auch der Kleinwagenbauer Daihatsu und der Lastwagenbauer Hino gehören, einen um 3,4 Prozent auf 1,7 Billionen Yen gestiegenen Nettoertrag einfahren.hz (HB)

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