Wirtschaft : Autofirmen legen auf Staatshilfe keinen Wert

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Kein anderer Wirtschaftsbereich ist so global aufgestellt wie die deutsche Autoindustrie. Rund zwei Drittel der deutschen Fabrikate werden ins Ausland geliefert, hier zu Lande beschäftigten die Hersteller fast 800000 Mitarbeiter. Zuzüglich Autohandel, Reparaturdienstleistungen, Tankstellen, Speditionen und Taxigewerbe hängt annähernd jeder siebte Arbeitsplatz in der Bundesrepublik am Automobil. Nahezu ein Drittel des Sozialprodukts wird rund um das Auto erbracht.

HUNDERT RICHTLINIEN

Die Autoindustrie ist ein erstrangiges Objekt politischer Regulierung. Das hängt mit Sicherheitsfragen und der Umweltproblematik (von der Altautoverordnung bis zur Emissionsbegrenzung) zusammen. „Die Autoindustrie sieht sich in Europa mit fast 100 Richtlinien und Verordnungen konfrontiert, die sich allein auf Kraftfahrzeuge beziehen“, sagt der Präsident des Verbandes der Autoindustrie, Bernd Gottschalk. Und das nervt die Branche gewaltig. Sie wollen keine Hilfestellung durch die Politik, sondern in Ruhe wirtschaften.

HINDERNIS ABGASNORM

Alles in allem, so klagt Gottschalk, würden die Regulierungen „die Kapazitäten der Industrie an der falschen Stelle übermäßig binden und uns daran hindern, unseren eigentlichen Aufgaben nachzugehen“. Die nächste Abgasnorm, die so genannte Euro V, wird von der EU-Kommission in enger Abstimmung mit der Industrie entwickelt werden und gegen Ende des Jahrzehnts in Kraft treten. alf

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