Wirtschaft : Automobil-Branche: Trotz Rover-Debakel verzeichnet BMW Rekordgewinn

Der BMW-Konzern hat im vergangenen Jahr trotz der Trennung von der verlustreichen Rover-Gruppe einen Rekordgewinn eingefahren. Der Jahresüberschuss sei auf erstmals 1,03 Milliarden Euro gestiegen (2,01 Milliarden Mark), teilte BMW nach der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag in München mit. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 1997 lag bei 638 Millionen Euro. 1999 war durch die Rover-Belastungen unter dem Strich erstmals seit Jahrzehnten ein Verlust von 2,49 Milliarden Euro entstanden. Ohne diesen Effekt belief sich der Überschuss damals auf 663 Millionen Euro.

Die Dividende für das vergangene Jahr soll auf 0,46 Euro je Stamm- und 0,48 Euro je Vorzugsaktie erhöht werden. Für 1999 hatte die BMW AG trotz des Ertragseinbruchs 0,40 Euro je Stamm- und 0,42 Euro je Vorzugsaktie gezahlt. Der BMW-Kurs sank am Donnerstag zwischenzeitlich um 1,8 Prozent auf 34,64 Euro, da die Ertragszahlen für 2000 am unteren Rand der Analystenerwartungen lagen.

Für 2001 zeigte sich BMW-Chef Joachim Milberg optimistisch. Zwar rechne er mit einer Konsolidierung am weltweiten Automobil- und Motorradmarkt. Dennoch wolle die Gruppe "ihre erfolgreiche Entwicklung bei Absatz, Umsatz und Ertrag fortsetzen". Mit einem Anstieg der Auslieferungen um rund zehn Prozent in den ersten beiden Monaten sei BMW bereits gut ins neue Jahr gestartet.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit steigerte BMW im vergangenen Jahr um die Hälfte auf 1,66 Milliarden Euro. Dabei gelang auch hier ein Rekordwert, obwohl die Rover-Verluste das operative Ergebnis um 772 Millionen Euro drückten. Der Konzern hatte nach Milliardenverlusten im vergangenen Mai den britischen Autohersteller für 10 Pfund (31,12 DM) an das Phoenix-Konsortium verkauft.

Im vergangenen Jahr hatte der BMW-Konzern die Umsatzausfälle durch Rover mit Hilfe einer rund 20-prozentigen Steigerung der Marke BMW mehr als ausgeglichen. Insgesamt wurde ein Rekordumsatz von 35,4 Milliarden Euro eingefahren (plus 2,8 Prozent). Der Absatz der Marke BMW kletterte um 9,4 Prozent auf mehr 822 000 Fahrzeuge. BMW-Autos erzielten so ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 2,38 Milliarden Euro, 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

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