Automobilindustrie : BMW-Aktie profitiert von Dividende

BMW-Chef Reithofer will mehr Geld an Aktionäre ausschütten. Die Ansprüche der Anteilseigner sind seiner Meinung nach ebenso berechtigt wie die Forderungen von Arbeitnehmern nach einem sicheren Arbeitsplatz.

BerlinTrotz des massiven Stellenabbaus hat BMW-Chef Norbert Reithofer die deutliche Erhöhung der Dividende für die Aktionäre verteidigt. Reithofer sagte am Dienstag anlässlich der Vorlage der Bilanz in München, die Ansprüche der Anteilseigner seien ebenso berechtigt wie „die Forderung von Arbeitnehmern nach einem sicheren Arbeitsplatz“. Die angekündigte Streichung von 8100 Arbeitsplätzen hatte BMW in den vergangenen Wochen teilweise heftige Kritik eingebracht. Insgesamt will Reithofer in den kommenden Jahren rund sechs Milliarden Euro sparen, zwei Drittel davon im Einkauf. Der überwiegende Teil des Stellenabbaus betrifft Leiharbeitnehmer, doch 2500 Mitarbeiter will BMW mit Abfindungszahlungen zum freiwilligen Ausscheiden bewegen.

Für 2007 zog der Vorstandsvorsitzende eine alles in allem positive Bilanz und kündigte eine weitere Verbesserung für das laufende Jahr an. Das Ergebnis vor Steuern solle – bereinigt um Sondereffekte – über dem Vorjahresniveau liegen. Damals hatte der Gewinn 3,87 Milliarden Euro betragen. Wegen Sondereinflüssen hatte der Gewinn allerdings unter dem des Vorjahres gelegen. Trotzdem erhöht BMW die Dividende um rund 50 Prozent auf 1,06 Euro (Stammaktien) beziehungsweise 1,08 Euro (Vorzüge). „Wir wollen unsere Anteilseigner auch in Zukunft deutlich stärker am Unternehmenserfolg beteiligen“, sagte Reithofer. Mit Abstand größter Anteilseigner ist die Familie Quandt. Die Börse honorierte die Ankündigung Reithofers mit einem Kurssprung. Die BMW-Aktie legte bis Handelsschluss knapp fünf Prozent auf 32,63 Euro zu. Stärker im Dax war nur VW (plus 7,3 Prozent) gefragt.

Reithofer betonte die Erfolge bei verbrauchsarmen Autos. Allein in Europa seien 2007 rund 450 000 Pkw, ausgestattet mit dem sogenannten Efficient-Dynamics-System, verkauft worden. Insgesamt setzte BMW 1,5 Millionen Autos ab (plus neun Prozent). „Wir liegen voll auf Kurs, unser strategisches Absatzziel von 1,8 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2012 zu erreichen“, sagte Reithofer. alf

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