Autos teilen : Opel steigt ins Carsharing ein

Opel-Fahrer können ihr Auto künftig mit anderen teilen. Aber auch die Fahrzeuge anderer Marken lassen sich künftig über die Opel-App Car-Unity gemeinsam nutzen.

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Einstieg ins Carsharing. Opel-Marketingchefin Tina Müller und Jan Wergin, Direktor Opel Community Carsharing, stellen die "Car-Unity" vor. obs
Einstieg ins Carsharing. Opel-Marketingchefin Tina Müller und Jan Wergin, Direktor Opel Community Carsharing, stellen die...Foto: dpa

Tinas Opel Mokka kann in Frankfurt schon gebucht werden. Über eine von Opel entwickelte App, die das Autoteilen noch attraktiver machen soll. Tinas Mokka ist das Auto von Opel-Marketing-Chefin Tina Müller, die die Car-Unity-App am Mittwoch präsentierte. Das Besondere an diesem Angebot: Jeder kann sein Auto zum Teilen zur Verfügung stellen, nicht nur Opel-Fahrer.

„Als erster Automobilhersteller bieten wir Carsharing für alle“, sagte Müller. „Es spielt keine Rolle, ob es sich um einen Opel oder um ein anderes Fabrikat handelt.“ Das Angebot gilt zunächst für das Rhein-Main-Gebiet, soll aber sukzessive auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden.

Bislang nutzen Autohersteller Carsharing, um eigene Modelle zu vermarkten und bekannt zu machen. Daimler praktiziert Carsharing über Car-2-Go mit dem Kleinwagen Smart, BMW über Drive- Now mit dem Mini, dem 1er BMW und demnächst auch mit dem Elektromodell i3. Volkswagen testet derzeit verschiedene Modelle, wie zum Beispiel Quicar mit dem Golf in Hannover. Etabliert sind auch herstellerunabhängige Anbieter. Die Bahn stellt über ihr Carsharing-Portal Flinkster derzeit bundesweit in mehr als 200 Städten an über 1000 Stationen gut 7000 Fahrzeuge zur Verfügung.

Auch andere Anbieter versuchen sich im Carsharing für alle

Das Opel-Konzept ist nicht ganz neu: Anbieter wie Tamyca oder das französische Unternehmen Drivy, das kürzlich den deutschen Anbieter Autonetzer übernommen hatte, ermöglichen Fahrzeugbesitzern, ihren Wagen anderen anzubieten. Der US-Hersteller Ford kündigte jüngst eine Kooperation mit Online-Plattformen wie Getaround in den USA an, die ein ähnliches Konzept verfolgen.

Wer das Opel-Angebot nutzen will, braucht neben dem eigenen Auto die entsprechende Car-Unity-App, die es kostenfrei zum Download fürs Smartphone gibt. Dort kann man sein Fahrzeug mit entsprechenden Verfügbarkeiten einstellen. Umgekehrt können Interessenten sehen, welche Fahrzeuge im Umkreis für die gewünschten Zeiten genutzt werden können. Die Schlüsselübergabe muss allerdings persönlich erfolgen, für Opel-Modelle soll es ab 2016 auch ein schlüsselloses System geben. Die Opel Bank hat nach Angaben von Tina Müller ein entsprechendes Versicherungspaket ausgearbeitet, den sie zusammen mit R+V Versicherungen umsetzt.

Vom Hersteller zum Mobilitätsdienstleister

Müller zufolge können die Fahrzeugbesitzer den Kreis der Menschen bestimmen, die ihr Auto fahren dürfen, etwa Freunde in sozialen Netzwerken. Opel will mit der App dazu beitragen, dass Fahrzeuge besser genutzt werden als bislang. Zudem könnten Anbieter und Nutzer Geld sparen. Zwar ist die App nach den Worten von Müller Teil des Konzeptes, Opel vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsdienstleister zu entwickeln. Aber natürlich geht es auch um den eigenen Autoabsatz. Mit Car-Unity wolle man frühzeitig junge Menschen an die Marke Opel heranführen.

„Opel macht etwas anderes. Das ist ein interessanter neuer Ansatz“, sagt Peter Fuß von der Wirtschaftsberatung Ernst & Young. Im Augenblick überlege jeder Hersteller, wie er vom Trend zum Carsharing und neuen Mobilitätsideen partizipieren könne. Der Vorteil für Opel dürfte sein, dass das Angebot erst einmal wenig Einsatz erfordert. BMW war mit Drive-Now seit vergangenem Jahr zumindest in Deutschland profitabel. Daimler ist das mit Car-2-Go bislang nur in einzelnen Städten gelungen. mit dpa

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