• Axel Springer Verlag: "Kein Kampfjournalismus" - Springer-Zeitungsvorstand Döpfner über die Strategie des Verlags

Wirtschaft : Axel Springer Verlag: "Kein Kampfjournalismus" - Springer-Zeitungsvorstand Döpfner über die Strategie des Verlags

Die FAZ plant noch 2001 eine b,esweite Sonntagsz

Mathias Döpfner ist Zeitungs- und Multimedia-Vorstand beim Axel Springer-Verlag in Berlin.

Die FAZ plant noch 2001 eine bundesweite Sonntagszeitung. Wie reagieren Sie?

Wir nehmen die Konkurrenz ernst. Der Sonntag ist ein besonderer Erscheinungstag für den Axel Springer Verlag. Die FAZ hat mit ihrer regionalen Sonntagszeitung in den vergangenen zehn Jahren publizistisch und wirtschaftlich eher glücklos agiert. Es wird wohl davon abhängen, ob nun wirklich eine eigene, starke Redaktion rekrutiert wird oder ob das Ganze eine Sparversion wird.

Wie werden "Bild am Sonntag" und "Welt am Sonntag" ihre Position verteidigen?

Wir sind entschlossen, die besten Angebote vorzulegen und die meisten Leser zu gewinnen. Wir werden die redaktionelle Qualität unserer Zeitungen noch weiter ausbauen. Jeder neue Angreifer wird daher viel Nerven und Geld investieren müssen. Im Übrigen glauben wir, dass der Sonntagsmarkt noch viel Potenzial hat.

Nimmt dann Ihre Kampagnenfähigkeit?

Kampagne ist ein Kampfbegriff. Wir betreiben keinen Kampfjournalismus. Wir führen Debatten und beziehen Positionen.

Aber der Anti-Regierungskurs war in den Springer-Blättern doch deutlich zu bemerken, etwa als es um Joschka Fischer ging?

All diejenigen, die sich wirklich die Mühe gemacht haben, zu untersuchen, ob es denn wirklich eine Kampagne im Axel-Springer-Verlag gegeben hat, mussten enttäuscht feststellen, dass es keine gegeben hat. In einem sehr handzahmen Meinungsklima mag manchem ein kritischer Akzent eine unliebsame Störung sein. Unser Verlag ist und bleibt ein liberal-konservatives Haus. Eine zentrale Steuerung von Meinungstrends gibt es nicht, und erst recht keine Parteipolitik. Die Kraft eines Zeitungshauses ist immer der Meinungspluralismus auf Basis von Grundüberzeugungen. Ich denke, dass wir diese Vielfalt in den einzelnen Blättern auch bewiesen haben und in schönster Unberechenbarkeit auch künftig beweisen werden.

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