Wirtschaft : Bahnindustrie wächst durch starken Export

Berlin - Züge und Schienentechnik aus Deutschland verkaufen sich weltweit gut. Wie der Branchenverband VDB am Donnerstag mitteilte, stieg der Export auf 2,3 Milliarden Euro (plus 300 Millionen), während das Inlandsgeschäft bei zwei Milliarden Euro stagnierte. Klaus Baur, Vize-Präsident des Verbands, sagte in Berlin, er sei optimistisch, dass man im Gesamtjahr an das Rekordergebnis von 2006 mit einem Umsatz von 9,1 Milliarden Euro wieder herankommen werde.

Dank der positiven Entwicklung schafft die Bahnindustrie zusätzliche Arbeitsplätze. Im ersten Halbjahr waren in den Firmen laut VDB 39 600 Menschen beschäftigt – 1200 mehr als zum Jahreswechsel. Auch der weitere Ausblick für die Beschäftigung sei gut, sagte Baur.

Negativ hätten sich in den ersten sechs Monaten die Auftragseingänge entwickelt, räumte Baur ein. Sie brachen um fast 18 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro ein. Das zweite Halbjahr sei aber traditionell stärker als das erste. Außerdem gehe die Deutsche Bahn neue Bestellungen an. „Ich bin zuversichtlich, dass der Rückgang ausgeglichen werden kann“, sagte Baur.

Der Verband forderte den Bund auf, mehr Geld für Aus- und Neubaumaßnahmen beim deutschen Schienennetz bereitzustellen. Pro Jahr müssten die Mittel um 600 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Schienengüterverkehr werde weiter stark zulegen, sagte Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner. Selbst bei einer Abschwächung des Trends werde das Plus im Jahr 2010 – im Vergleich zu 2005 – bei 34 Prozent liegen. Setze sich das Wachstum ungebremst fort, könnte sich der Schienengüterverkehr bis 2020 sogar mehr als verdreifachen. Dafür müsse die Infrastruktur – auch aus Klimaschutzgründen – fit gemacht werden, forderte Pörner. hop

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