Wirtschaft : Banken fordern Unterstützung auf Bundesebene

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Die privaten Banken sehen zwar keine grundsätzlichen Probleme bei der Einführung des Euro-Bargeldes zum 1. Januar 2002, warnen aber vor einer Unterschätzung des Problems und fühlen sich von der Politik allein gelassen. Sie fordern nicht nur - wie etwa bei der Computerumstellung auf das Jahr 2000 - einen Koordinator auf Bundesebene, Unterstützung durch Polizei, Bundesgrenzschutz und möglicherweise sogar Bundeswehr, sondern auch auch eine Beteiligung des Staates an den Kosten.

Wolfgang Arnold, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, bezifferte die Kosten für die Verteilung von Euro-Münzen und Scheinen am Montag vor der Presse in Berlin auf rund 6,7 Milliarden Mark für Banken und Sparkassen. Hinzu kämen noch eimal rund 2,3 Milliarden Mark für die Postbank. Die Zahlen basieren auf einem Feldversuch im Raum Hamburg, bei dem Kosten von rund 139 000 Mark pro Filiale ermittelt wurden. Auf den Betrag, den sich die Banken vom Staat erhoffen, wollte sich Arnold nicht festlegen. Konkreter wurde er allerdings bei seinen Forderungen an die Deutsche Bundesbank. So müsse das neue Geld kostenfrei und in bestimmten Mengen zu den Filialen geliefert werden. Dabei dürfte der Transport zu einem "Nadelöhr" werden.

Derzeit, so Arnold weiter, befinden sich rund 48 Milliarden Münzen im Wert von rund 12 Milliarden Mark im Umlauf. Die Rücklaufquote werde wohl 60 Prozent betragen. Hinzu kommt der Austausch von 2,6 Milliarden D-Mark-Banknoten im Wert von 258 Milliarden Mark, wobei eine Rücklaufquote von 95 Prozent erwartet wird. Die Banken gehen davon aus, das rund ein Drittel des gesamten Bargeldbestandes innerhalb der ersten Woche getauscht wird. Bei einem geschätzten Bargeldvolumen der privaten Haushalte von etwa 135 Milliarden Mark wären dies bis zum 6. Januar 2002 allein 30 bis 40 Milliarden Mark.

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