Wirtschaft : Bankenkrise hierzulande unwahrscheinlich

Prinzip der Risikostreuung ist in Deutschland weiter verbreitet als in Japan

BERLIN (hjk/rtr).Eine Bankenpleite im Ausmaß der japanischen Bank Yamaichi Securities hält der Präsident des Berliner Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen, Wolfgang Artopoeus, in Deutschland für unwahrscheinlich.Die deutschen Banken würden in jedem Einzelfall zu einer strengen Kreditwürdigkeitsprüfung angehalten, sagte Artopoeus am Dienstag im Deutschlandfunk.Eine exzessive Kreditgewährung wie in den achtziger Jahren in Japan gebe es nicht.Gefährdete Kredite müßten sofort wertberichtigt werden.Außerdem sei die Risikostreuung ein zentrales Gebot der Bankenaufsicht. Artopoeus sagte weiter, in Deutschland herrschten andere Verhältnisse als in Japan.Dort sei in den achtziger Jahren exzessiv in den Immobiliensektor hineinfinanziert worden.Als diese Blase geplatzt sei, hätten die Banken auf einem enormen Volumen fauler Kredite gesessen.Anschließend sei die Bereinigung der Situation in der Hoffnung auf bessere Zeiten verschleppt worden.Hinzugekommen sei, daß die japanischen Banken ihre Aktienreserven durch die Kursverluste an der Tokioter Börse verloren hätten. In Deutschland sei die ganze Kreditaufsicht darauf angelegt, die Banken zu einem vorsichtigen Kreditgebaren anzuhalten, sagte Artopoeus weiter.Deshalb unterlägen die Banken einer ständigen Prüfung.Völlig auszuschließen sei eine Bankenpleite aber auch in Deutschland nicht.In einer Marktwirtschaft könne so etwas passieren. Das von Artopoeus geführte Institut übt zusammen mit der Währungshüterin Bundesbank die Bankenaufsicht in Deutschland aus, die eine ganz entscheidende gesamtwirtschaftliche Stabilisierungsfunktion hat.Durch das Bundesamt und die Bundesbank muß sichergestellt werden, daß die Funktionsfähigkeit der Volkswirtschaft gewährleistet ist.Beide Institute überwachen die Geschäftstätigkeit aller deutschen Kreditinstitute, um einen möglichst reibungslosen Geldkreislauf zu gewährleisten.Das Bundesamt muß allen Mißständen entgegenwirken, die die Vermögenswerte bedrohen, die den Banken anvertraut wurden.Bricht dennoch eine Bank zusammen, kommt das breite Publikum in den Genuß eines umfassenden Einlagensicherungsfonds, der von den Banken freiwillig aufgebracht wird und praktisch die volle Absicherung von Privatguthaben bis zu einer Höhe von 1,8 Mill.DM bedeutet.

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